Ally ist die zweite Schwester, die von Pa Salt nach seinem Tod einen Brief erhält, damit sie ihre Herkunft herausfinden kann, wenn sie es denn will. Er gibt ihr mit dem Brief einen kleinen steinernen Frosch und ein norwegisches Buch über den Musiker Jens Halvorson. Herausgeber des Buches ist der Urenkel Tom Halvorson, den Ally in Norwegen ausfindig macht, um mehr über sich selbst zu erfahren. Ally hat nicht nur den Tod ihres Vaters zu betrauern, wenige Tage nach dessen Tod stirbt ihr Freund und Seelenverwandter Theo bei einem Sturm an Bord seines Segelbootes. Die professionelle Seglerin bricht mit ihrem Beruf und findet durch Theos Wunsch, bei seiner Beerdigung Flöte zu spielen, zurück zu ihrer alten Leidenschaft; der klassischen Musik. Diese wird umso mehr geweckt, wie sie in Norwegen eben Tom und seine Familie und Freunde trifft, die allesamt Musiker sind. Auch das Buch, das sie - ins französische übersetzt - über Jens Halvorson liest, lässt sie erneut ihre Leidenschaft zur Musik neu entdecken. In dem Buch wird die Biografie - geschrieben von Tom Halvorson - von Jens beschrieben, seine Freundschaft, später die Ehe mit Anna Landvig, einer Bäuerin, die so begnadet singt, dass sie es an die Oper schafft und bei Griegs Vertonung von Peer Gynt die Hauptrolle Solveig bekommt, erst nur als Leihstimme, dann auch tatsächlich als Schauspielerin auf der Bühne. Wir erleben ihr Leben, werden durch die Zeiten durch alle Generationen geführt - auch durch die Nazi-Zeit, in denen wir den Vater von Tom - Felix - als Kind in sehr dramatischen Ereignissen kennenlernen dürfen. Wie sich herausstellt, hat Ally nicht ohne Grund ihr musikalisches Talent, aber ich will dem Ende nicht als Spoiler vorgreifen. Lesen Sie es selbst. ich musste oft schlucken, ja zuweilen auch weinen bei diesem Buch, es ist eine grandiose Fortsetzung des ersten Bandes und ich freue mich bereits auf die nächsten. Die Botschaft für mich: Ein Verlust, egal ob es beruflich oder privat ist, bietet stets die Chance, dorthin zu gelangen, wo die eigene Seele tatsächlich hingehört, wo sie sich selbst wieder findet - und neues Leben und neue Lebensperspektiven entstehen können. Man muss nur offen sein, aber auch die Trauer durchleben.