Worum geht es?: Ally dAplièse steht an einem Wendepunkt: Ihre Karriere als Seglerin strebt einem Höhepunkt entgegen, und sie hat den Mann gefunden, mit dem sich all ihre Wünsche erfüllen. Da erhält sie völlig unerwartet die Nachricht vom Tod ihres geliebten Vaters. Ally kehrt zurück zum Familiensitz am Genfer See, um den Schock gemeinsam mit ihren Schwestern zu bewältigen. Sie alle wurden als kleine Mädchen adoptiert und kennen den Ort ihrer Herkunft nicht. Aber nun erhält Ally einen mysteriösen Hinweis durch ein Buch in der Bibliothek ihres Vaters die Biographie eines norwegischen Komponisten aus dem 19. Jahrhundert. Allys Neugier ist geweckt, und sie begibt sich auf die Reise in das raue Land im Norden. Dort wird sie ergriffen von der Welt der Musik, mit der sie tiefer verbundener ist, als sie es je hätte ahnen können. Und Ally begreift zum ersten Mal im Leben, wer sie wirklich ist ...
Das Cover: Das Cover von "Die Sturmschwester" ist meiner Meinung nach sehr gut gelungen. Es fügt sich perfekt in die Gestaltung der anderen Bände der Reihe ein und vermittelt mit seinem etwas düsteren Ton genau die Stimmung, die zum oft tristen Wetter Norwegens passt. Die Atmosphäre, die das Cover ausstrahlt, harmoniert wunderbar mit der Geschichte, auch wenn es insgesamt etwas dunkler wirkt als erwartet.
Der Schreibstil: Lucinda Riley bleibt ihrem vertrauten Schreibstil treu. Das Buch wird zum einen aus der Gegenwartsperspektive von Ally erzählt, zum anderen begleitet man Jens Halvorson und später seine Frau Anna in der Vergangenheit. Besonders überraschend war für mich, dass die Geschichte von Jens und Anna noch weitergeführt wurde und plötzlich eine weitere Generation in den Fokus rückte das hat mich kurz verwirrt, wurde aber letztlich sehr stimmig ineinander verwoben. Trotz der gelungenen Verknüpfung beider Erzählstränge hat mir in diesem Band die Leichtigkeit gefehlt, die ich aus anderen Büchern der Autorin kenne. Selbst die Liebesgeschichte bleibt eher kurz und ist von einer tragischen Note geprägt.
Die Hauptfiguren: Ally, die zweite Tochter der Familie dAplièse, steht im Mittelpunkt der Gegenwartshandlung. Nach dem Tod ihres Vaters hatte sie eigentlich kein Interesse daran, ihre leibliche Familie zu suchen. Doch sie steckt in einer tiefen Krise, weiß nicht, wohin ihr Weg sie führen soll, und selbst in ihrem Beruf als Seglerin ist sie unsicher geworden. Ally hat bereits so viel durchgemacht, und nach Pa Salts Tod dachte ich, es könne kaum noch tragischer werden doch Lucinda Riley setzt hier emotional noch einen drauf. Trotz ihrer anfänglichen Unsicherheit und Schwere wächst Ally einem im Verlauf der Geschichte ans Herz, und man wünscht ihr nur das Beste.
Endfazit: "Die Sturmschwester" bleibt eine schöne Fortsetzung der Reihe, auch wenn sie für mich nicht ganz an den ersten Band heranreicht. Die fehlende Leichtigkeit und einige etwas langatmige Passagen haben meinen Lesefluss gelegentlich gebremst. Dennoch ist die Geschichte spannend erzählt, besonders das Ende, und Ally ist eine Figur, die man gern begleitet. Ich bin gespannt auf die weiteren Bände und darauf, wie sich die Geschichten der Schwestern weiterentwickeln.
Das Buch erhält von mir gute 3,5 von 5 Sternen.