Die Geschichte einer toxischen Person und ihrem Umfeld...
In "Dunkelgrün fast schwarz" erhalten wir 3 POVs, die wir durch die Zeit von Anfang der 90er Jahre bis zum Jahr 2017 begleiten. Da wäre Marie, die gemeinsam mit ihrer Familie aus der Stadt in den kleinen Ort zieht und dort nach Anschluss sucht. Sie trifft gemeinsam mit ihrem Sohn Moritz (Motz), der uns die zweite POV liefert auf Sabrina und ihren Sohn Raffael (Raf). Motz und Raf sind im selben Alter und so freunden sich die beiden schnell an. Marie hat schon bald ein schlechtes Gefühl, kann ihren Sohn aber nicht vor dem Sog bewahren, mit dem Raf Motz an sich bindet. Als Jahre später dann Johanna (Jo), die uns die letzte POV liefert, auf Motz und Raf trifft, weitet sich die Freundschaft zu einer Dreiecksgeschichte aus, die die toxische Dynamik nur noch verstärkt. Ich fand die Story insgesamt schon sehr hart. Immer wieder hätte ich Motz (und Marie UND Jo) am liebsten geschüttelt um sie aufzuwecken und dafür zu sorgen, dass sie sich endlich von Raf befreien. Am schwierigsten auszuhalten fand ich tasächlich das Jahr 2017, also die "Gegenwart". Motz hat Raf seit vielen, vielen Jahren nicht mehr gesehen und trotzdem hat Raf sofort wieder Macht über ihn und manipuliert ihn ohne Ende. Jo hat mir ebenfalls eigentlich nur leid getan. Sie ist Raf ebenso wie Motz verfallen und konnte sich über all die Jahre nicht mehr lösen, sie folgt ihm überall hin und ist einfach nur abhängig von ihm. Die Geschehnisse steigern sich, bis am Ende alle 3 wieder aufeinandertreffen und Dinge ans Licht kommen, die bisher verschwiegen wurden. Rafs Verhalten hat mich echt angewidert, schon wie er als kleines Kind mit Motz umgegangen ist, hat mich einfach nur wütend gemacht. Aber auch sein "heutiges" Verhalten ist kein Stück besser...er kann einem eigentlich leid tun. Die Autorin hat es für mich sehr gut geschafft, die zwischenmenschlichen Abläufe darzustellen, die einen in einer toxischen Beziehung festhalten und wo man von außen nur den Kopf schütteln kann.