Gleich zu Anfang wird erwähnt, dass dieses Buch aus den 1960ern stammt und von daher einige heute nicht mehr politisch korrekten Stellen enthält. Das Frauenbild damals war meiner Erinnerung nach nicht ganz so krass, aber viele kleine Szenen ließen mich tatsächlich schmunzeln, staunen, empört sein, kopfschütteln, wahlweise auch einiges zusammen. Trotzdem hatte ich mit diesem Krimi doch echt eine gute Zeit. So ganz ohne die moderne Technik von Internet bis Smartphone, ohne Forensik und Genetik ist das echt eine andere Sache. Ob die junge Hörer- und Leserschaft damit klarkommt, weiß ich allerdings nicht. Da die Krimis seit ihrer Erstveröffentlichung mehrere Neuauflagen erlebten, gelten sie wohl als Klassiker. Zu Recht, wie ich meine!
Die Leiche, die aus dem Götakanal gezogen wird, kann noch nicht lange darin gelegen haben. Doch wo wurde die junge Frau ermordet? Woher kam sie? Wer ist sie? Kommissar Beck lässt nichts unversucht, um der Toten einen Namen und Gerechtigkeit zu geben.
Dies ist der erste Band der zehnteiligen Reihe um Kommissar Martin Beck. Der Reiz ist heute natürlich zusätzlich zur gut aufgebauten Story und einem besonderen Ermittler, dass in der Zeit, in der sie spielt, all die modernen Hilfsmittel nicht zur Verfügung standen. Man kann es kaum glauben, so sehr hat man sich an all das gewöhnt. Umso grandioser ist der Verlauf, wenn er auch, typisch nordische Autoren, recht düster, kalt, emotionslos, etwas bedrückend und vor allem erstaunlich introvertiert und ruhig ist. Günther Hardter liest den Krimi gekonnt ein und erhöht damit noch den Genuss.
Es gibt ein paar private Momente, Entwicklungen der Figuren, erstaunliche Entdeckungen und ein paar gut gemachte Twists. Das Ende schockiert, aber lässt zufrieden zurück und ja, ich bin gespannt auf die anderen Fälle der Reihe. Von daher für diesen Start, wenn er auch schon mehr als 50 Jahre alt ist, die vollen fünf Sterne.