Aufgrund vieler guter Rezensionen und einiger Empfehlungen habe ich mich für die Lektüre dieses Buches bzw. eigentlich für dieses Hörbuches entschieden. Ich persönlich kann die wohlwollenden Meinungen verstehen und nachvollziehen, aber verstehe auch, woher die Kritik an dem Buch kommt.
Wie so oft bei japanischen Romanen, ich möchte hier als Beispiel die Romane von Satoshi Yagisawa oder von Shiori Ota nennen, gibt es keine eindeutig durchgehende Handlung, sondern die einzelnen Kapitel erinnern an Kurzgeschichten. Oft ist es sogar noch so, dass sich die Handlung von Kapitel zu Kapitel sehr stark ähnelt, so dass man das Gefühl bekommt, dass hier alles nach dem Schema F abgehandelt wird. Dieses Gefühl trügt natürlich nicht, den in gewisser Weise ist dies auch wirklich so, dennoch steckt so viel mehr dahinter. Ich kann aber verstehen, wenn man mit dieser Art von Romanen nichts anfangen kann.
Ich greife sehr gerne immer wieder zu dieser Art von Büchern, da es hier mehr um die leisen Zwischentöne geht und man zur Ruhe kommen kann. Einen großartigen Spannungsbogen sucht man vergeblich, ich für meine Teil, haben dieses aber weder erwartet noch vermisst. Dafür habe ich mehrere zauberhafte Erzählungen bekommen, bei denen sowohl die persönlichen Erinnerungen und Gefühle der Protagonisten, sowie schmackhaftes japanisches Essen die Hauptrolle gespielt haben.
Nagare-san und seine Tochter Koishi-chan habe ich von Anfang an in mein Herz geschlossen und mir gefällt sowohl die respektvolle und doch liebevolle Art und Weise wie sie miteinander umgehen, sowie ihre Leidenschaft für gutes Essen. Ihr Restaurant ist ein ganz besonderes Kleinod und ich würde mir so sehr wünschen, dass es so ein Lokal wirklich gibt und ich irgendwann das Glück habe, dort hinzufinden. Die kulinarische Detektivarbeit, die die beiden leisten fand ich äußerst spannend und interessant und ich bin sehr glücklich, dass es sich hierbei nicht um einen Einzelroman handelt. Denn ich kehre gerne wieder auf einen Besuch in das Komogawa-Restaurant zurück.
Hisashi Kashiwai hat meiner Meinung nach einen zauberhaften Erzählstil und ich habe mich gerne in seinen Worten und seinen Beschreibungen der Umgebung und der Lebensmittel verloren. Japanische Küche zählt zu einen meiner großen Leidenschaften, daher kannte ich viele der erwähnten Zutaten und Gerichte, dennoch habe ich auch noch das eine oder andere dazulernen können.
Gelesen wird das Hörbuch von Thomas Höricht. Für mich war es das erste Hörbuch dieses Sprechers und ich hatte anfangs Schwierigkeiten mich an seine Stimme und an seine Art die Wörter zu betonen zu gewöhnen. Mit der Zeit wurde es besser, aber wirklich komplett zufrieden war ich mit dieser Kombination nicht. Wobei ich mittlerweile denke, dass es weniger an Thomas Höricht lag, sondern dies eines jener Bücher ist, die ich lieber lesen als hören möchte.
Der Sprecher hat nämlich eine sehr ruhige und unaufgeregt Art beim Lesen, was in diesem Fall perfekt zur doch sehr ruhigen und entspannenden Atmosphäre des Buches passt.
Alles in allem hat mich die Geschichte sehr angesprochen und ich will das Buch gerne weiterempfehlen. Allerdings wie bereits angesprochen mit einigen kleinen Einschränkungen. Daher kann bei diesem Buch auch nur 4 Sterne vergeben.