Inhalt siehe Klappentext.
Bevor ich wusste, dass Der Gesang der See der erste Roman von Trude Teige ist, hatten mich das schlichte Titelbild, der Klappentext und die Sprecherin Yara Blümel überzeugt, das 5:16 Stunden lange Hörbuch anzuhören, am besten in 1,25-facher Geschwindigkeit. Als Frau hatte man im 19. Jahrhundert in Norwegen nichts oder sehr wenig zu sagen; wenn der Ehemann verstarb, brauchte man einen neuen, der die Geschäfte weiterführt. Kristinas Mann bleibt auf See, sie bekommt sein Kind, will aber weder Vaters noch die Lotsennummer ihres Mannes abgeben. Hin- und hergerissen zwischen Lars (Vernunft) und Frederik (Leidenschaft) steht Kristiane ihre Frau, sorgt sich um und für Mutter und Schwester und macht dabei einen guten Job. Es gibt immer überall Neider, die ihr das Leben zwischen Familie und Fischfang schwer machen. Kristiane hat geheime Orte, an denen sie das Meer hört, an denen sie zur Ruhe kommen kann, die sie nicht mit jedem teilt.
Damals war der Mann noch der Frau übergestellt, Kristiane lässt sich nichts sagen, schreibt eher selbst vor - Gatte Lars lässt sich auf den ersten Blick einiges gefallen, aber er kann auch anders. Sie steht anderen, unterdrückten Frauen bei, soweit ihre Möglichkeiten es zulassen.
Eine historische Geschichte, angeknüpft an die Familiengeschichte der Autorin, von der ich bereits die Großmutter-Reihe kenne, die nicht pompös und übertrieben daherkommt, sondern schlicht, einfach und mit viel Gefühl. Ich hatte gute Hörstunden, habe einiges über die Fischerei und das einfache Leben zur damaligen Zeit aus den dänischen Inseln erfahren und vergebe 5 Sterne mit Hörempfehlung.