Smilla und ihr Mann Jonas sind umgezogen nachdem Smilla eine schwere Krankheit überstanden hat. Sie rettet eines morgens einen kleinen Jungen aus dem See. Dessen Mutter kommt irgendwann dazu, reagiert aber kühl und ablehnend. Und Smilla wird das Gefühl nicht los, diesen Jungen zu kennen, ja sogar seine Mutter zu sein. Aber das kann natürlich nicht sein. Schließlich stellt sich heraus, dass die Familie des Jungen ihre neuen Nachbarn sind. Die beiden Familien kommen sich näher.
Nova Winter entführt die Lesenden in eine dunkle Vergangenheit und eine bizarre Gegenwart. Die wenigen Figuren, die die Geschichte benötigt, sind alle miteinander verstrickt. Die Atmosphäre ist düster und die gesamte Geschichte wirklich spannend.
Anne Düe gelingt es, diese Stimmung beim Lesen gut rüberzubringen.
Insgesamt gefällt die Idee der Geschichte mit sehr gut. Ich bin auch beim Hören einige Male sehr erschrocken, ein deutlicher Pluspunkt für einen Thriller.
Allerdings hat mich die viele Verwirrung, die immer wiederkehrenden Plottwists und die Auflösung dann doch eher unzufrieden zurückgelassen. Die gesamte Story war mir schlußendlich doch zu verworren und unrealistisch. Ein bisschen zu viel. Ein wenig zu abstrus. Für mich bleibt leider der Eindruck zurück, hier wollte man einfach zu viel.
Dabei ist die Idee der Geschichte ja wirklich gut und wie gesagt, auch am Schreibstil gibt es kaum was zu meckern. Aber durch die vielen unrealistischen Elemente wurde es mir irgendwann zu viel und ich persönlich konnte mich nicht mehr darauf einlassen.
Und ein Kritikpunkt muss aus meiner Sicht eindeutig sein; der Titel des Buches ist aus meiner Sicht unpassend und uneindeutig. Wer ist denn nun gemeint? Smilla selbst? Gut, ihre Nachbarin? Und wer ist eigentlich Protagonist indem dunklen, bösen Kapitel ihrer Leben? Mich enttäuscht eine solche Entscheidung, weil es mich beeindruckt, wenn ein Titel gut gewählt wurde.
Insgesamt ein gutes Buch für Nervenkitzel und düstere Stimmungen.
Mich persönlich hat Die Nachbarin jedoch eher enttäuscht zurückgelassen, da die vielen Wendungen und Einblicke und Ideen mir schließlich zu unrealistisch und zu gewollt sind.