Das Buch hat durchaus seine unheimlichen Momente, im Gesamtpaket gab es für meinen Geschmack allerdings zu viele Wiederholungen und am Ende leider zu wenig Erklärungen. Es wurde nie richtig aufgelöst, woher die andere Mommy kam, und der finale Versuch sie 'auszutreiben' hat mir einfach nicht so gut gefallen. Vermutlich hätte ich mir da mehr tatkräftige Handlung gewünscht als das ewige Gerede. Für meinen Geschmack wurde dabei auch zu viel Familiendrama auf einmal angehäuft, das fand ich letztlich sehr übertrieben, auch wenn die Intention der Erklärung nach Sinn gemacht hat. Trotzdem - so richtig zufriedenstellen konnte mich die Geschichte nicht. Auch die unheimliche Atmosphäre, die im Verlauf der Handlung aufgebaut wurde, verlor mit der Zeit ihren Reiz und es setzte fast so etwas wie ein Gewöhnungseffekt ein. Vielleicht bin ich da aber auch ein einfach übersättigt was Horrorgeschichten angeht, denn viele Ereignisse waren wenig überraschend und folgten den üblichen Mustern, z.B. dass die andere Mommy im Verlauf immer präsenter wurde und einen immer größeren Wirkungskreis hatte. Bela und ihre oft noch kindlichen, aber durchaus schon nachdenklichen Überlegungen fand ich gut wiedergegeben, auch wenn die Stimmlage der Sprecherin nicht so meins war. Die Mutter fand ich ziemlich schrecklich und konnte ihr Verhalten so gar nicht nachvollziehen. Der Vater war zwar liebevoll und witzig, machte aber gleichzeitig einen irgendwie passiven Eindruck in Bezug auf seine Ehe. Insgesamt war mir das Buch dann zu dialoglastig und wirklich unheimlich fand ich es eigentlich nur am Anfang, danach war eben klar dass die andere Mommy immer mal wieder ihren Auftritt hinlegen und sich das natürlich auch steigern würde. Fazit: schon unheimlich, aber auch nicht übermässig, zumindest wenn man schon das ein oder andere Horrorwerk gelesen hat.