In ihrem Hörbuch "Ich bau mir 'ne Welt, die Männern nicht gefällt" erzählt Cindy-Adriana Speich von ihrer Haussanierung und den Reaktionen, die sie als Frau auf der Baustelle und in den sozialen Medien erlebt. Das autobiografisch geprägte Sachbuch beschäftigt sich mit Feminismus, Rollenbildern und der Frage, warum manche Männer ein Problem damit haben, wenn Frauen einfach ihr eigenes Ding machen. Gesprochen wird das Hörbuch von der Autorin selbst, was wunderbar zu ihrer persönlichen und direkten Art passt.
Cindy erzählt mit bissigem Humor und einer ordentlichen Portion Wut von sexistischen Kommentaren, Beleidigungen und gesellschaftlichen Erwartungen. Dabei geht es nicht nur ums Heimwerken, sondern auch um Ehe, Mutterschaft und darum, als Frau nicht auf bestimmte Rollen reduziert zu werden. Ihr Schreibstil ist frech, ehrlich und unverblümt. Durch ihre eigene Stimme wirkt das Ganze authentisch und persönlich.
Besonders gut gefällt mir, dass Cindy sich nicht alles gefallen lässt und Männern, die sie kleinmachen wollen, selbstbewusst Kontra gibt. Ich finde es wichtig, dass sie solche Erfahrungen öffentlich macht und zeigt, wie hartnäckig alte Rollenbilder noch immer sind. Warum sollte eine Frau etwas nicht können, nur weil sie eine Frau ist? Sie macht Mut, Dinge einfach auszuprobieren und sich nicht von den Erwartungen anderer einschränken zu lassen.
Teilweise waren mir die Themenwechsel allerdings etwas zu sprunghaft, wodurch der rote Faden gelegentlich verloren ging. Trotzdem finde ich die Botschaft des Hörbuchs wichtig und habe Cindy gerne zugehört.
Ich empfehle das Hörbuch allen, die sich für Gleichberechtigung interessieren und sich von einer mutigen Frau inspirieren lassen möchten, ihren eigenen Weg zu gehen. Denn man muss nicht darauf warten, dass andere einem etwas zutrauen. Man kann einfach anfangen. Und wenn das manchen Männern nicht gefällt, ist das nicht das Problem der Frau.