"Unruhig ist unser Herz, bis es ruht in dir." Mit den "Bekenntnissen" (397 401 n. Chr.) hat Augustinus die erste große Autobiographie der Weltliteratur geschrieben: die schonungslose Selbstprüfung eines Mannes, der Rhetorik-Karriere, Vergnügungen und Irrwege der spätrömischen Welt durchlebt hat, ehe ihn die berühmte Stimme im Garten von Mailand "Nimm und lies!" zur Umkehr führt. Weil Augustinus durchgehend das "Ich" und "Du" des Gebets spricht, wird jeder Hörer in dieses Ringen hineingezogen.
Zugleich sind die Confessiones ein einzigartiges Zeitbild des römischen Alltags Schule, Familie, Freundschaft, Theater und in den Schlussbüchern eine Meditation über Zeit und Gedächtnis, die die Philosophie bis heute beschäftigt. Die Lesung folgt der maßstabsetzenden Übersetzung von Kurt Flasch und Burkhard Mojsisch (Reclam).
Hans Jochim Schmidt liest das vollständige Werk, ungekürzt knapp 15 Stunden.