Elsa ist eine von 500 deutschen Frauen, die nach dem Zweiten Weltkrieg nach Island gingen, um ein Jahr auf einem Hof mitzuhelfen. In diesem Buch begleiten wir sie vom Tag ihrer Ankunft in der Fremde und erleben hautnah, wie schwer es ist, sich einzuleben.
Die einzelnen Episoden sind sehr ruhig und gemächlich erzählt und vermittelt dem Leser/Hörer das Gefühl, selbst die Einsamkeit und Verlassenheit auf dem kargen Land zu fühlen. Elsa ist der Sprache nicht mächtig und daher sehr still. Doch die Autorin versteht es, uns die Umgebung durch Elsas Augen zu zeigen, lässt uns schlaflos helle Sommernächte erleben und die Kälte vieler Tage spüren. Wir begleiten Elsa beim Reiten lernen und erforschen zusammen mit ihr die Gewohnheiten des isländischen Lebens.
Der Autorin gelingt es hervorragend, uns die Eigenheiten des kargen Landes näher zu bringen. Ein ganzes Jahr erleben wir an Elsas Seite, erfahren vom Fernweh der jungen Leute ebenso, wie von der Heimatverbundenheit anderer. Sehr gut ist es ihr gelungen, zu zeigen, dass das Leben im fremden Land einfacher wird, wenn man sich voll darauf einlässt.
Maria Wördemann hat dieses Hörbuch mit einer Stimme eingelesen, die neutral klingt und gerade deshalb die vielen Emotionen besonders gut zur Geltung bringt.
Fazit: Empfehlenswert für alle, die einen tiefen Einblick in fremde Lebenswelten bekommen möchten.