Mit großen Erwartungen habe ich dem Erscheinungstermin des Buches entgegengefiebert, denn auch wenn der erste Teil mich nicht vollständig überzeugen konnte, wollte ich doch wissen, wie die Geschichte ausgeht. Autorin Kristen Ciccarelli hat einen doch recht würdevollen Abschluss für ihre Dilogie gefunden, aber leider war dieses Buch schwächer als das erste. Daher kann ich dem Buch auch leider nur 3 von 5 Sternen geben.
Ich hatte ein wenig Angst, dass ich nicht mehr gut in die Geschichte rein finden würde, da doch mehr als ein halbes Jahr und viele andere Bücher zwischen dem ersten und zweiten Band lagen. Glücklicherweise war diese Angst aber unbegründet, denn bereits nach wenigen Minuten war ich wieder vollkommen in der Geschichte angekommen. Der Anfang des Buches ist der Autorin hervorragend gelungen und die Spannung war von Beginn an hoch.
Das Hauptaugenmerk liegt auch in diesem Buch wieder auf der Beziehung von Rune und Gideon und natürlich ist das ganze wieder überhaupt nicht einfach. Jedes Mal, wenn man denkt, dass nun alles geklärt ist, kommt das nächste Missverständnis und das Vertrauen ist wieder dahin. Wie sagt man: Ein Schritt nach vorne und zwei zurück. Ab einem gewissen Punkt hatte ich das Gefühl, dass die beiden sich nur mehr im Kreis drehen und ich war ein klein wenig genervt.
Ich hätte es schön gefunden, wenn Kristen Ciccarelli weniger Energie in die komplizierte Beziehung zwischen Rune und Gideon gesteckt hätte und dafür mehr in die Beschreibung und Erklärung der Welt, in der sich die Geschichte abspielt. Dies habe ich bereits beim ersten Teil bekrittelt und leider muss ich dies wieder tun. Ein klein wenig mehr Informationen bekommt man zwar, aber viel ist es nicht. Die Welt und auch die meisten Charaktere bleiben blass und zweidimensional.
Obwohl sich die Autorin viel Mühe gegeben hat einige Wendungen in die Geschichte einzubauen, muss ich doch sagen, dass die wenigsten davon unerwartet kamen. Besonders schade fand ich allerdings, dass das eigentlich spannende, die Revolution und die Bekämpfung der bösen Hexen zu sehr in den Hintergrund geraten ist. Da fiebert man zwei Bücher lang darauf hin und dann wird alles in gefühlt Windeseile und wenigen Sätzen abgehandelt.
Gelesen wird das Hörbuch, gleich wie der erste Teil, von Henriette Schreuers und Moritz Frinberg. Die beiden haben mich bereits bei Heartless Hunter begeistert und auch in diesem Teil haben sie dem Buch mit ihren Stimmen wieder Leben eingehaucht und die Emotionen wunderbar übermittelt.
Rebel Witch ist zwar ein solider, aber doch ein wenig enttäuschender Abschluss der "Der rote Nachtfalter" Dilogie. Meine Erwartungen an das Buch waren nach dem doch sehr guten, wenn auch nicht überragenden, Auftakt deutlich höher. Dennoch bin ich froh, dass ich miterleben durfte, wie die Geschichte rund um Rune und Gideon endet.
Dieses Buch bzw. diese Dilogie, denn ohne Kenntnis des ersten Teiles macht es keinen Sinn dieses Buch zu lesen, würde ich all jenen empfehlen, denn bei Romantasybüchern vor allem der Romance Teil wichtig ist.