Als Intimus Hitlers, Propagandaminister und Bevollmächtigter für den totalen Kriegseinsatz war Joseph Goebbels eine der zen¬tralen Gestalten des Dritten Reiches. Kindheit und Jugend sind für Ralf Georg Reuth der Schlüssel zum Verständnis des Mannes, der aufgrund eines körperlichen Makels schon früh zum Außen¬seiter gestempelt wurde und einen beinahe krankhaften Ehrgeiz entwickelte, um seinen Minderwertigkeitskomplex zu kompen-sieren. Ohne jemals Hitlers Politik und Kriegsführung beeinflusst zu haben, prägte er dennoch das Dritte Reich auf entscheidende Weise. Indem er in seiner Propaganda Hitler als das unfehlbare »Werkzeug der Vorsehung« zelebrierte, schuf er den Mythos vom »Führer« und sicherte ihm damit die Gefolgschaft der Nation bis in den Untergang.
Ein packendes, psychologisch stimmig erzähltes Buch, das unter anderem auf der Auswertung der Tagebücher und des Nachlasses von Joseph Goebbels basiert.
Ralf Georg Reuth ist Historiker und Autor. Er war lange Zeit als Berlin-Korrespondent für die »Frankfurter Allgemeine Zeitung« tätig und arbeitete danach für die »Welt am Sonntag«. Reuth zeichnete unter anderem ein Porträt von Erwin Rommel und schrieb über »Hitlers Judenhass«. Die vorliegende Joseph-Goebbels-Biografie gilt inzwischen als Standardwerk. Zuletzt ver¬öffentlichte er eine »Kurze Geschichte des Zweiten Weltkriegs« und »Hitler: Zentrale Aspekte seiner Gewaltherrschaft«.
Inhalt
Vorwort zur Neuausgabe
1 Warum hatte Gott ihn so gemacht, daß die Menschen ihn verlachten und verspotteten? (1897 1917)
2 Chaos in mir (1917 1921)
3 Fort mit dem Zweifel, ich will stark sein und glauben (1921 1923)
4 Wer ist dieser Mann? Halb Plebejer, halb Gott! Tatsächlich der Christus, oder nur der Johannes? (1924 1926)
5 Berlin. . . Ein Sündenpfuhl! Und dahinein soll ich mich stürzen? (1926 1928)
6 Wir wollen Revolutionäre sein und auch bleiben (1928 1930)
7 Nun sind wir streng legal, egal legal (1930 1931)
8 Ist es nicht wie ein Wunder, daß ein einfacher Weltkriegsgefreiter die Häuser der Hohenzollern und Habsburger abgelöst hat? (1931 1933)
9 Wir wollen die Menschen solange bearbeiten, bis sie uns verfallen sind (1933)
10 Durch Krisen und Gefahren geht der Weg zu unserer Freiheit (1934 1936)
11 Führer befiehl, wir folgen! (1936 1939)
12 Er steht doch unter dem Schutz des Allmächtigen (1939 1941)
13 Wollt ihr den totalen Krieg? (1941 1944)
14 Rache unsere Tugend, Haß unsere Pflicht! (1944 1945)
15 Die Welt, die nach dem Führer und dem Nationalsozialismus kommt, ist nicht mehr wert, darin zu leben (1945)