Ich freue mich schon auf die Geschichte, seitdem Raymond das erste Mal in der Wilbury Lane auftauchte. Er war schon bei seinem kurzen "Auftritt" ein sehr interessanter Typ. Dieses Mal lernen wir ihn und Anson näher kennen.
Raymond ist ein gefeierter Football-Star. Er lebt ein Leben, welches im Interesse der Öffentlichkeit steht. Aber es ist nicht SEIN Leben. Er lebt das Leben, was seine Eltern ihm vorgeschrieben haben. Doch damit ist jetzt Schluss. Sein Körper sagt ihm schon lange, in Form von Schmerzen, dass er keine Saison als Profisportler mehr schafft. Er will ab sofort sein Leben nach seinen Vorstellungen leben. Raymond will die Welt sehen, und das nicht nur aus Sicht der Football-Stadien. Vor allem will er seinen eigenen Interessen und Vorlieben nachgehen. Travel and Work ist seine für ihn perfekte Lösung. Ziemlich schnell findet er auch eine Stelle, die ihn sehr interessiert. Fernab der Öffentlichkeit und vor allem weit weg von seinen Eltern. Er findet eine Anstellung in England, in der Nähe von Bloomsville. Dort sucht man einen Gärtner im Stonetree-House. Die Ruhe dort tut ihm von Anfang an gut
Anson ist in tiefer Trauer. Seine Mutter ist gerade verstorben und er ist Alleinerbe. Bisher lebte er sein Leben auf der Überholspur. Freunde, Feiern, Drogen, oberflächliche Bettbekanntschaften. Nun drängen ihn seine Freunde, mit ihnen zusammen nach England für einen Urlaub zu fliegen. Schließlich ist er jetzt der Besitzer vom Stonetree-House. Ein wundervolles Anwesen, das er einst liebte, das bei ihm aber sehr schlechte Erinnerungen weckt. Es war genau vor 13 Jahren, so lange hat er es vermieden, dorthin zu reisen. Noch bevor er und seine Begleiter dorthin Reisen steht für ihn fest, dass er das Anwesen verkaufen wird
Das Zusammentreffen von Raymond und Anson bei seiner Ankunft als neuer Chef ist nicht gerade toll. Anson und seine Freunde hinterlassen wahrscheinlich bei keinem Leser nach diesem Auftritt einen schönen Eindruck. Sie sind alle sehr Oberflächlich, von Oben herab und mit seinen billigen Anmachsprüchen in Raymonds Richtung, wirkt Anson extrem unsympathisch und arrogant.
In dieser Geschichte ist sehr viel Luft nach Oben für Anson, um den Leser von sich zu überzeugen. Wenn man aber Seite für Seite ihn und seine Geschichte als Leser kennenlernt, dann versteht man Anson und sein Leben. Man sieht, dass er hinter einer dicken Maskerade und vor allem einer hohen Mauer alles vor der Öffentlichkeit zu verbergen versucht und sich selber vor der Vergangenheit schützen will. Aber er hat die Rechnung ohne Raymond gemacht. Dieser kommt ihm stets verständnisvoll und mit sehr viel Einfühlungsvermögen entgegen und bringt die hohe Mauer nach und nach zum Bröckeln. Anson erkennt mit der Zeit, dass auch Raymond sein Päckchen zu tragen und zu verdauen hat.
Ich liebe die Beiden und ihre Geschichte, sie passen einfach perfekt zusammen. Auch hier ist diese Geschichte natürlich in sich abgeschlossen und ich empfehle für ein besseres Lesevergnügen, auch die anderen Geschichten aus der Wilbury Lane zu lesen. Der ein oder andere Bewohner läuft uns immer wieder mal über den Weg und man lernt so alle noch besser kennen.
Dieses Buch bekommt eine unbedingte Leseempfehlung von mir.