Wir haben alle unsere Geheimnisse
Nina Blume ist eine 37- Jährige Berlinerin, die als Reinigungskraft in verschiedenen Haushalten arbeitet und sich und ihre 17- Jährige Tochter Jo so über Wasser hält. Eines Tages erhält sie die Gelegenheit, bei Malu M., einer stadtbekannten True-Crime-Podcasterin einen Job zu bekommen. Doch kaum hat sie bei Malu angefangen, kommen ihr einige Dinge seltsam vor. Warum schirmt Malu ihre Familie hermetisch von der Außenwelt ab? Wer ist der Mann, den Nina immer wieder zu sehen glaubt? Und auch Malus Verhältnis zu ihren beiden kleinen Kindern scheint irgendwie undurchsichtig ¿Die Kapitel werden abwechselnd aus der Ich-Perspektive von Nina und Malu erzählt. Die Welt mit den Augen einer Reinigungskraft zu sehen, fand ich sehr interessant, denn diese sieht viele Dinge, die für die übrigen Menschen unsichtbar bleiben. Überhaupt waren mir Nina und ihre Tochter Jo sehr sympathisch, ein wunderbares Mutter-Tochter-Gespann.Dann gibt es Kapitel, die die Geschichte von einer Jenni erzählen. Man vermutet als Leser natürlich, dass Jennis Geschichte irgendwie mit der von Nina und Malu verbunden ist, aber die Zusammenhänge habe ich nicht erraten, obwohl ich mitgerätselt habe und war dann doch einigermaßen überrascht.Nachdem dieser Teil geklärt ist, kommt eine andere Dynamik in das Buch, die mir dann allerdings fast zuviel war. Die Autorin versteht es zwar, die Spannung aufrecht zu erhalten und führt dabei auch die Gefahren von Social Media vor Augen, aber Nina stolpert im letzten Teil ziemlich eigenmächtig und vogelwild durch die Geschichte, wobei leider der 5. Stern verloren ging.Und ja, auch wenn hier Kommissar Zufall schon ziemlich strapaziert wird, hat mich das Buch trotzdem hervorragend unterhalten und mir einige spannende Lesestunden beschert. Von der Autorin würde ich gern mehr lesen.