Böse, entlarvende Satire über die Verlagswelt.
Mein erster Eindruck des Buches: eine Satire über Rassismus und Cancel Culture. Nach den ersten Seiten wird einem aber schnell klar, wie absurd die ganze Sache eigentlich ist. Da ist diese erfolglose Autorin, die sich selbst ordentlich etwas vormacht und sich mehr und mehr in ihr eigenes Konstrukt verstrickt. Und das Gruselige daran: Es fühlt sich einfach unglaublich realistisch an.Man merkt sofort, wie sehr Pragmatismus und Opportunismus hier die Handlung antreiben. Unter dem Deckmantel, die gute Freundin zu sein, klaut June gleich als ersten Schritt Athenas geistiges Eigentum. Unsympathisch? Definitiv. Aber ich musste mich ehrlich fragen: Würde ich an ihrer Stelle wirklich anders handeln? Genau diese Frage lässt einen beim Lesen nicht mehr los.Was mir besonders gefallen hat: Wie das Buch die Problematik von Political Correctness, Cancel Culture und Rassismus verhandelt, ohne dabei belehrend zu wirken. Auch die Verlagsbranche und wie soziale Medien so ticken, wird richtig anschaulich eingefangen - da erkennt man einiges wieder.June selbst bleibt allerdings ziemlich eindimensional. Man bekommt kaum andere Seiten von ihr zu sehen, hauptsächlich rassistische Gedankengänge und den ständigen Versuch, ihre eigenen Taten irgendwie schönzureden. Bei einem anderen Buch hätte ich das wahrscheinlich als echten Schwachpunkt gewertet, aber hier funktioniert es für mich als Stilmittel der Satire.Insgesamt: ein langsamer, aber sicherer Fall. Der Schreibstil hat mich richtig gepackt, und obwohl die Geschichte ein paar Längen hat, wollte ich einfach immer weiterlesen.