Mit Ist doch schön hier hat Miriam Burdelski einen bewegenden Roman geschrieben, der sich um die Frage dreht, wie die Vergangenheit das Leben nachfolgender Generationen prägt. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen die 19 jährige Liesel und ihre Oma Emmi, die an Demenz erkrankt ist und in einem Pflegeheim lebt. Gemeinsam mit dem polnischen Pfleger Jascha machen die beiden sich auf die Reise ins ehemalige Ostpreußen, der Heimat von Emmi. Nachdem sie und ihre Familie 1945 vertrieben wurden ist sie nie mehr dort gewesen. Jetzt soll die Reise dazu betragen ihren Erinnerungen auf die Sprünge zu helfen, um lange verdrängte Familiengeheimnisse aufzudecken. Bruchstückhaft kommen Einzelheiten ans Tageslicht und langsam zeichnet sich ab, was der Oma widerfahren ist. Zum Ende hin nimmt die Handlung an Fahrt auf und Liesel sieht sich einer Tragik ausgesetzt, die ihr Leben bis in die Grundfesten erschüttert. Das Buch hat mir mehr als einmal die Tränen in die Augen getrieben. Die Autorin hat einen einfühlsamen, flüssigen Schreibstil, die Figuren waren authentisch und das Schicksal der Hauptpersonen ist mir sehr nahegegangen. Hoffe, dass dem Erstlingswerk noch weitere folgen werden.