Ich habe dieses Buch in wenigen Tagen gelesen und konnte es immer nur schwer zur Seite legen, weil mich die Mischung aus düsterem Setting, Spannung und extrem toxischer Romance total gepackt hat. Die Geschichte rund um Penelope, die an die Spine Ridge University kommt, um den Tod ihrer Zwillingsschwester aufzuklären, verbindet Elite Uni, geheime Society und Mafiaelemente mit einer radikalen Dark Romance, die ihrem Genre Namen für mich endlich einmal wirklich gerecht wird.
Besonders gut gefallen hat mir, dass aus der Ich Perspektive von Penelope, Felix, Dylan und Alistair erzählt wird. Dadurch bekomme ich vier sehr unterschiedliche Einblicke in dieselbe zerstörte Welt. Die Dynamik zwischen den drei Jungs und Penelope ist von Anfang an heftig, brutal und von Machtspielen geprägt. Es gibt Dominanzverhältnisse, Erniedrigung und durchgängig sehr explizite Szenen. Für mich war das eine der extremsten und spicyesten Dark Romances, die ich bisher gelesen habe.
Penelope mochte ich vor allem deshalb, weil sie nicht in der typischen Opferrolle stecken bleibt. Am Anfang wirkt sie wie das Mädchen, das alles für die Wahrheit über den Tod ihrer Schwester riskiert. Je weiter die Geschichte voranschreitet, desto klarer wird aber, dass sie selbst viel mehr Dunkelheit in sich trägt, als es auf den ersten Blick scheint, und dass sie bereit ist, extrem weit zu gehen, um Antworten zu bekommen. Diese Entwicklung hin zu einer eigenen, kompromisslosen Antiheldin hat für mich perfekt zur Grundstimmung des Buches gepasst.
Die drei Jungs sind moralisch komplett daneben, brutal, unberechenbar und trotzdem faszinierend. Ihre Vergangenheit, die Rolle ihrer Väter und die Verstrickungen in Korruption und Kriminalität erklären einiges, ohne sie aufzuwerten. Die queere Dynamik zwischen Dylan und Alistair, Felix als kontrollierender Anführer und die wachsende, kranke, aber intensive Bindung zu Penelope haben das Ganze für mich unglaublich interessant gemacht. Zwischendurch sorgen flapsige und schwarze Dialoge für kurze Atempausen, bevor es wieder richtig zur Sache geht.
Besonders im Hinblick auf den Tod von Penelopes Schwester hatte ich im Verlauf der Geschichte mehrmals andere Personen und Gruppen im Verdacht. Am Ende gibt es einen Plot Twist, der meine Erwartungen noch einmal komplett gedreht hat und die Hintergründe so zusammenführt, dass rückblickend vieles schlüssig wirkt, ohne vorher zu offensichtlich zu sein. Dieser Spannungsbogen rund um die Wahrheit hinter dem Selbstmord hat für mich einen großen Teil der Faszination ausgemacht.
Insgesamt hatte ich das Gefühl, dass hier niemand Rücksicht auf zarte Gemüter nimmt. Gewalt, Mobbing, Machtmissbrauch, Mafiaelemente und sehr harte, grenzüberschreitende Szenen ziehen sich durch die ganze Geschichte. Für mich hat genau das den Reiz ausgemacht, weil diese Welt dadurch konsequent dunkel und gefährlich bleibt. Gleichzeitig ist mir bewusst, dass dieses Buch für viele Leserinnen viel zu extrem sein wird. Wer nur leicht düstere Romance erwartet oder mit toxischen Figuren gar nichts anfangen kann, ist hier definitiv falsch.
Für mich persönlich war es ein absolutes Highlight und bisher mein stärkstes Buch des Jahres. Ich habe eine Dark Romance bekommen, die ihren Namen mehr als verdient, extrem spicy ist und mich mit ihrer Mischung aus Rache, Elite Uni, geheimer Society, Mafia und zerstörerischer Liebesgeschichte komplett abgeholt hat.