Your Knife, My Heart ist definitiv nichts für schwache Nerven. Es gab mehrere Szenen, bei denen ich das Buch weglegen musste - nicht, weil sie schlecht waren, sondern weil sie so intensiv, brutal und psychologisch tief gingen, dass ich kurz innehalten musste. Mehr als einmal habe ich mich gefragt, wie ein Mensch auf solche Gedanken kommt, um so etwas zu schreiben.Und trotzdem: Dieses Buch zeigt, dass Menschen nicht einfach verloren sind. Selbst zwei krankgestörte, gebrochene Seelen können lieben - auf ihre eigene, verdrehte, dunkle Art. Genau das macht die Geschichte so verstörend und gleichzeitig so menschlich.Die Autorin erschafft eine düstere, fast klaustrophobische Atmosphäre, in der moralische Grenzen verschwimmen und Gefühle verzerrt werden. Man liest Dinge, die man ablehnt - und versteht sie trotzdem. Vielleicht ist das das Unheimlichste daran.Kein Wohlfühlbuch.Aber eines, das man nicht mehr vergisst.