Auch ich bin, wie viele andere hier, seit Beginn der Hanna-Ahlander-Reihe Fan dieser Serie - und mag den Schreibstil von Viveca Sten, der sich durch hohe Spannung (die bis zuletzt gehalten wird!) und kurzen Kapiteln widerspiegelt.
Der 4. Fall für Hanna Ahlander und ihren sympathischen Teamermittler Daniel Lindskog ist von Beginn an nebulös: Während Hanna sich anlässlich ihres Geburtstags in Kurzurlaub befindet, erhält sie die Info ihres Kollegen Daniel, dass eine junge Frau tot im Schnee eines Grundstücks gefunden wurde und man nicht wisse, ob es sich hier um einen Unglücksfall oder um ein Verbrechen handele.
Kurzerhand unterbricht Hanna ihren luxuriösen Aufenthalt mit ihrem derzeitigen Lebensgefährten Henry, der sich einiges einfallen ließ, um sie zu überraschen und kehrt in den Ermittlerkreis zurück: Es handelt sich um eine Gruppe junger Studenten, die im Haus von Willes Eltern, ihrerseits sehr vermögend, in Are einige Tage Urlaub machen wollen, Skifahren und feiern. Während Olivia, Wille, Emil, Amir und Pontus im selben Studiengang sind, ist Fanny eine Jurastudentin, die mit Olivia eng befreundet ist. Am ersten Abend feiern alle in der prächtigen Villa unweit der Skipiste, die sie auch am nächsten Tag befahren wollen, als der Abend mit viel Alkohol, Drogen und Spielen aus dem Ruder läuft: Am nächsten Morgen wird Fanny im Schnee aufgefunden, die Ermittlungen setzen wenig später an....
Die Aussagen der einzelnen Jugendlichen der Studentengruppe sind spärlich, Hanna und Daniel wissen zunächst nicht, was wirklich dazu führte, dass Fanny tot unweit des Hauses aufgefunden wurde. Der Hausmeister, der durch einen Code jederzeit Zugang zu den von ihm betreuten Häusern hat und Nachbarn werden befragt, doch die beiden versierten Ermittler tappen im Dunkeln bzw. stehen im Neben:
Wer lügt sie bei den Vernehmungen an und wer lässt Wichtiges aus? Diese Fragen stellen sich Daniel und Hanna bei so mancher Vernehmung (und mit ihnen der Leser); auch die klirrende Kälte bei -15°C lässt einen beim Lesen dieses hochspannenden und dramatischen Krimis erschauern; die Autorin versteht es hervorragend, viel Atmosphäre zu der ohnehin spannenden Entwicklung des Kriminalromans einzuflechten. Besonders gefallen haben mir (Abfahrtsski gehört für mich zu den schönsten Sportarten, ich hätte viel früher damit anfangen sollen und öfter Ski fahren sollen, als ich dies getan habe ;) die Beschreibungen der Pisten, die sich die Studenten vorgenommen haben: Hier kommt die ebenfalls etwas gruselig anmutende Gruppendynamik sehr klar zum Vorschein!
Ebenfalls eingeflochten sind Gedanken und Gefühle der unglaublich gut harmonierenden und aufeinander eingespielten Ermittler Hanna und Daniel, die sich in jedem Band weiterentwickeln; auch der Kollege Anton ist ein großer Sympathieträger, der hier einen gewaltigen Schritt nach vorne geht und auch beweisen will, dass er in die Abteilung Schwerkriminalität gehört (was ihm fast zum Verhängnis hätte werden können). Einen kleinen Kritikpunkt habe ich: Der äußerst noble (auch sympathisch rüberkommende) Henry passte für mich nicht unbedingt zu Hanna - die sich von Geld und Besitz im Grunde nicht blenden lässt. Ob diese Verbindung lange Bestand haben wird? Hier hält uns Viveca Sten weiter hin und man wünscht sich, dass zwei zusammenfinden mögen, die sich optimal ergänzen und längst Gefühle füreinander hegen ;) Ich hoffe auf einen baldigen Nachfolger dieses sehr lesenswerten schwedischen Krimis, auf den ich mich schon jetzt freue! Von mir 4,5 * und eine absolute Leseempfehlung!