Der Titel Wer wärst Du ohne deine Sorgen? von Martin Wehrle hat mich sofort angesprochen. Sorgen hat schließlich jeder irgendwann mal mehr, mal weniger. Und manchmal reicht schon ein kleiner Gedanke, der sich festsetzt, und schon beginnt das Gedankenkarussell sich zu drehen.
Kurze Zusammenfassung:
Das Buch ist aufgeteilt in drei Teile: Das Overthinking Geheimnis, Die Kopf-Befreiung, Die 15 besten Übungen gegen Sorgen. Zusätzlich gibt es herunterladbares Bonusmaterial, Literaturverweise und ein Register.
Mein Leseeindruck:
Wie kann man eigentlich selbst eingreifen und manche Sorgen nicht mehr so groß werden lassen? Und geht das vielleicht sogar mit wenig Aufwand im Alltag?
Genau hier setzt Martin Wehrle an. Er zeigt anhand realer Geschichten, wie Sorgen entstehen können und was sich dagegen tun lässt. Besonders gut gefallen mir die übersichtlichen Tabellen: Herausforderung Das passiert im Kopf So steuern Sie dagegen. Dadurch bekommt man ganz kompakt Ideen und Denkanstöße, die man sich auch später noch einmal schnell ins Gedächtnis rufen kann bzw. beim Durchblättern schnell findet, weil sie ins Auge springen.
Zusätzlich bietet das Buch verschiedene Übungsmöglichkeiten, bei denen man Gedanken und Erkenntnisse aufschreiben soll. Das ist sicherlich für viele hilfreich, für mich persönlich aber eher entbehrlich. Oftmals reicht mir schon ein kleiner Aufrüttler oder ein neuer Blickwinkel, damit ich mein eigenes Denken besser verstehe und anschließend bewusster darauf reagieren kann.
Während des Lesens hatte ich immer wieder bestimmte Personen vor Augen. Wenn nicht mich selbst, dann Menschen aus meinem Umfeld, denen ich dieses Buch am liebsten direkt in die Hand geben würde. Denn manchmal braucht es gar keine komplizierten Methoden, sondern einfach einen Impuls, der einen aus dem eigenen Gedankenkreisel herausholt.
Wer wärst Du ohne deine Sorgen? ist für mich ein hilfreiches Buch, um manche Sorgen wieder etwas kleiner werden zu lassen. Es regt dazu an, über den eigenen Tellerrand zu schauen und sich bewusst zu machen, dass andere Menschen oftmals mit sehr viel schwerwiegenderen Problemen kämpfen. Gleichzeitig sind die Geschichten interessant und lebensnah erzählt und machen Mut, selbst einmal neue Wege im Umgang mit den eigenen Sorgen auszuprobieren.
Vielleicht gelingt es nicht, alle Sorgen einfach abzuschalten aber man kann lernen, ihnen nicht ständig so viel Raum zu geben. Und genau das nehme ich aus diesem Buch mit: Das Leben leichter nehmen, sich nicht von jedem Gedankenkarussell mitreißen lassen und mit etwas mehr Gelassenheit und Freude in die Zukunft blicken.
Fazit:
Ein interessantes und hilfreiches Buch, das mit echten Geschichten, verständlichen Erklärungen und vielen Denkanstößen dazu bringt, die eigenen Sorgen einmal aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Nicht jede Übung ist für mich notwendig, aber die Aufrüttler und neuen Blickwinkel haben mir gefallen. Ein Buch, das man auch gut an jemanden weitergeben kann, der sich gerade viel zu viele Gedanken macht.