Ich glaube, selten hat sich ein Buch für mich gleichzeitig so vertraut und doch so neu angefühlt wie A Vow of Light and War.Schon während des Lesens hatte ich immer wieder dieses Gefühl: Moment... das erinnert mich doch an irgendetwas. Die verschiedenen Völker und magischen Elemente, die Prüfungen und Spiele, die Dynamik innerhalb dieser Welt - stellenweise hatte ich definitiv Vibes von Harry Potter, Die Tribute von Panem oder auch Divergent. Gerade die Spiele haben mich teilweise sehr an diese dystopischen Jugendbuch-Klassiker erinnert.Aber erstaunlicherweise hat mich das überhaupt nicht so sehr gestört, wie ich zunächst dachte. Denn statt ständig zu denken "Das kenne ich schon", hatte ich eher dieses ganz besondere Gefühl von Nach-Hause-Kommen.Es hat mich tatsächlich ein bisschen zurückversetzt in die Zeit, als ich ungefähr zehn Jahre alt war und Harry Potter zum ersten Mal gelesen habe. Dieses Gefühl, in eine komplett neue Welt einzutauchen, fremde Orte zu entdecken, Magie zu erleben und unbedingt wissen zu wollen, was hinter all den Geheimnissen steckt. Nur ist A Vow of Light and War natürlich deutlich düsterer, erwachsener und stellenweise auch brutaler.Die Welt hat mir dabei wirklich gut gefallen. Sie ist groß, vielseitig und steckt voller Geheimnisse. Gerade die verschiedenen Völker, die Machtstrukturen und die Spiele haben dafür gesorgt, dass ich immer wissen wollte, was als Nächstes passiert. Manche Dinge waren dabei definitiv "What the fuck is happening?", aber auf eine gute Art.Besonders gefallen hat mir auch die Dynamik zwischen Cassian und Soraya. Die beiden haben mich definitiv bei der Stange gehalten und ihre Dialoge waren für mich immer wieder kleine Highlights.Bei Soraya hatte ich allerdings zwischendurch meine Probleme. Sie wird als klug, belesen und durchaus fähig dargestellt - und trotzdem konnte ich einige ihrer Entscheidungen und Reaktionen überhaupt nicht nachvollziehen. Mehr als einmal saß ich da und dachte mir: Girl... you KNOW better. ¿Das hat meinem Lesevergnügen aber erstaunlich wenig geschadet, weil die Geschichte insgesamt einfach einen Sog entwickelt hat, dem ich mich nicht entziehen konnte.Und genau das ist wahrscheinlich mein größtes Kompliment an dieses Buch: Ich wollte weiterlesen. Immer.Ich wollte wissen, was hinter den Geheimnissen steckt. Ich wollte die Welt weiter entdecken. Ich wollte wissen, wie sich die Beziehungen entwickeln und wohin das alles führt.Ja, ich habe beim Lesen Parallelen zu anderen Geschichten gesehen. Aber für mich hat das Gefühl, das dieses Buch ausgelöst hat, am Ende überwogen.Es hat mich wieder ein bisschen zu diesem Kind gemacht, das mit großen Augen vor einer Fantasywelt sitzt und einfach nur wissen will, was sich hinter der nächsten Seite verbirgt.Und ganz ehrlich?Dieses Gefühl ist verdammt schwer zu toppen. ¿¿