Als ein junger Mann ein Haus kaufen möchte bittet er einen Bekannten darum sich vorab, anhand des Grundrisses, ein paar Gedanken zu machen, denn obwohl das Haus auf den ersten Blick ideal scheint, ist doch irgendetwas daran merkwürdig. Der Bekannte sieht sich den Grundriss zusammen mit einem Architekten an und kommt einem Geheimnis auf die Spur.
Der Bekannte ist in diesem Fall der namenlose Ich Erzähler des Buches, wobei Erzähler es nicht wirklich trifft, denn erzählt im klassischen Sinne wird in diesem Buch nicht. Stattdessen ist das Buch quasi eine Reihe von Dialogen, der Ich Erzähler mit Kurihara, dem Architekten, der Ich Erzähler mit der jungen Frau Katabuchi, deren Schwester früher mit ihrer Familie in dem Haus gewohnt hat, oder aber alle drei zusammen. In den besagten Dialogen wird die besondere Architektur des Hauses entschlüsselt und an Hand derer eine unglaubliche These aufgestellt, die letztlich ein Familiengeheimnis offenbart.
Ich hatte schon einige Besprechungen des Buches im Netz gesehen und war unglaublich neugierig auf diese, so besondere Geschichte. Irgendwie bin ich, warum auch immer, davon ausgegangen, dass es sich um eine Gruselgeschichte handelt, ähnlich etwa wie "The Grunge". Deklariert wird die Geschichte allerdings als Kriminalroman und ja, im Grunde ist sie das, auch wenn die Ermittlungen hier auf diese ganz spezielle und völlig neue Weise stattfinden. Ein bisschen Grusel und Mystik ist dann ja auch dabei und ich habe noch recht lange an der Möglichkeit festgehalten, dass die Geschichte sich in die von mir vermutete Richtung entwickelt.
Aufgrund der Dialogform und der vielen Abbildungen des besagten Grundrisses, ist das Buch recht schnell gelesen. Im Verlauf entblättert sich vor dem Leser eine Familiengeschichte, die einem schon etwas Gänsehaut macht, bei der es allerdings nicht immer unbedingt einfach ist den Überblick zu behalten, ist die Familie doch sehr zahlreich und die Verwicklungen nicht ganz einfach zu entwirren. Selbst zum Ende bleibt insgesamt eine ganz kleine Ungewissheit.
Das Buch ist definitiv ein besonderes Erlebnis, auf das man sich natürlich einlassen muss. Während viele Leser es als absolut neu und innovativ feiern, finden Andere es einfach wirr und unverständlich, es ist so ein bisschen, entweder man liebt es, oder man hasst es. Dazwischen gibt es nichts. Ich persönlich fand die Idee dahinter auch mega spannend und interessant, hatte stellenweise aber auch meine Probleme damit, einfach, weil das Buch sich eben nicht in die Richtung entwickelt hat, die ich erwartet habe. Trotzdem habe ich das Buch gern gelesen.