Wer von uns Frauen, oder aber auch Männern, hat nicht irgendwann im Leben schon einmal daran gedacht, einfach die Reißleine zu ziehen? Ob im Job, in Freundschaften oder in der eigenen Familie? Oder wie Laura Clark gleich in allen Bereichen.Denn Laura Clark ist dann mal weg.
Meine Meinung:
Zunächst einmal zum Cover: Dieses gefällt mir richtig gut! Die auffälligen, schönen Farben sind ein echter Hingucker und dann noch diese Winkekatze! Love it. Ich finde, das passt einfach wunderbar und macht neugierig auf die Geschichte.
Auch der Schreibstil der Autorin hat mir richtig gut gefallen. Die Geschichte lässt sich flüssig lesen und durch die humorvolle, teilweise ziemlich makabere Ironie bekommt das Ganze eine ganz besondere Note.
Kommen wir zu den Protagonisten. Eigentlich ist Laura Clark ja die Hauptperson, um die sich alles dreht. Und doch bekommt man sie selbst nur selten direkt zu Gesicht. Genau das fand ich besonders interessant! Denn was passiert eigentlich, wenn ein Mensch, der sonst immer für alle da ist, plötzlich aus seinem gewohnten Leben verschwindet?
Von heute auf morgen ist Laura nicht mehr da. Keine Mutter, keine Ehefrau, keine Freundin, keine Tochter und keine Kollegin. Und plötzlich müssen all die Menschen, die sich so sehr auf sie verlassen haben, irgendwie allein zurechtkommen. Dabei stellt sich unweigerlich die Frage: Wie viel hat Laura eigentlich all die Jahre für andere geleistet, ohne dass es wirklich jemand wahrgenommen hat?
Genau darum geht es in diesem Buch. Um Mental Load, um die unsichtbare Arbeit, die so oft ganz selbstverständlich an einer einzigen Person hängen bleibt, und darum, was passieren kann, wenn irgendwann einfach nichts mehr geht.
Lange war mir nicht klar, was mit Laura Clark passiert ist und wo sie sich tatsächlich befindet. Dabei war sie auf ihre ganz eigene Weise immer ein Teil der Geschichte. Das hat für mich einen besonderen Reiz ausgemacht und mich weiterlesen lassen.
Für mich ist "Laura Clark ist dann mal weg" eine tolle Geschichte, die nicht nur unterhält, sondern auch zum Nachdenken anregt. Denn wie oft kümmern wir uns um alle anderen, organisieren, helfen und funktionieren, während unsere eigenen Bedürfnisse immer weiter nach hinten rutschen?
Dieses Buch ist für mich auch ein kleiner Weckruf: Niemand sollte als selbstverständlich angesehen werden. Jeder Mensch hat das Recht, gesehen zu werden, und darf auch einmal an sich selbst denken, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen.
Mein Fazit:
Eine humorvolle, ironische und gleichzeitig nachdenklich machende Geschichte über Mental Load, Selbstaufgabe und die Frage, was passiert, wenn jemand plötzlich nicht mehr funktioniert. Ein Buch, das gerade uns Frauen vielleicht an der einen oder anderen Stelle aus der Seele spricht und daran erinnert, dass wir nicht immer nur für andere da sein müssen, sondern auch für uns selber.