3,5 von 5 SterneDas Buch habe ich bereits vor einigen Wochen beendet - und lange darüber nachgedacht, wie ich es einordnen soll. Der Roman beginnt unmittelbar mit einem schweren Unfall: Drei Männer der MacBride¿Familie sitzen in einem Lastwagen, nur einer überlebt - Sohn Matthew, allerdings mit schweren Beeinträchtigungen. Für seine Mutter und Schwester ist das ein Schock, der ihr gesamtes Leben auf den Kopf stellt. Wie soll Meredith Downs, die abgelegene Schaffarm in Westaustralien, nun weitergeführt werden?Die Geschichte begleitet die Farmerfamilie über einen Zeitraum von den 1980er¿Jahren bis in die 2000er hinein. Auf rund 526 Seiten entfaltet sich ein Familienepos, in dem das Schicksal mehrfach zuschlägt.Was besonders hervorsticht, ist das eindrucksvolle Australien¿Setting. Die Landschaft, die Weite, die Einsamkeit - all das wird so bildhaft beschrieben, dass man die Hitze, den Staub und die Atmosphäre förmlich spürt. Dazu trägt auch die gelungene Übersetzung von Cornelius Hartz bei.Die Figuren sind sorgfältig ausgearbeitet, mit viel Liebe zum Detail. Gleichzeitig gab es für mich auch Schwächen: Die Vielzahl an Nebensträngen wirkte stellenweise überladen. Der Roman hätte für meinen Geschmack etwas straffer erzählt werden können - aber das ist sicher Geschmackssache.Mehr als ein Jahrzehnt hat die Autorin an diesem Werk gearbeitet, und das Potenzial ist deutlich spürbar.Insgesamt spreche ich eine eingeschränkte Leseempfehlung aus - vor allem für Leserinnen und Leser, die Familiengeschichten mit starkem Setting und ruhigem Erzähltempo schätzen.