Schon gut, aber auch sehr sprunghaft - selbst im Hörbuch hatte ich immer wieder Stellen, die mich verwirrt haben.
Das Christentum mal als Inspiration nehmen und völlig neu darstellen? Dämonen und die Menschheit in eine alternative Fantasy-Realität stecken? Check. Ist hier im Buch alles dabei. Und ich gebe völlig freimütig zu, dass ich mir das Buch vorgeschlagen wurde, um den Vibe von "Kpop Demon Hunters" (bzw. Rumi x Jinu) weiterzutragen. Bedingt passt das schon, immerhin haben wir hier auch Charaktere mit speziellen (dämonischen?!) Fähigkeiten, trotzdem hinkt der Vergleich natürlich. Spaß hat es mir schon gemacht.Wir folgen im Buch Selene, eine begnadete junge Exorzistin mit besonderen Fähigkeiten. Sie ist die Nichte des Imperators und dem Vatikan absolut treu. Ihr eigener Vater, der vormals Imperator war, ist gestorben, ihr Ex-Verlobter wurde verbannt, und so ganz aufgearbeitet war das alles nicht. Selene ist nur so systemtreu, dass sie das nie groß hinterfragt hat. Bis sie auf Jules trifft, der von der Front kommt und sein eigenes Mysterium mit sich schleppt. Etwas widerwillig, etwas zufällig, sind die beiden dann gezwungen zusammenzuarbeiten und kommen sich dabei auch näher.Geschrieben ist die Geschichte sowohl aus Selenes als auch aus Jules Sicht. Selene bleibt zunächst etwas unnahbarer. Sie ist diese hochgehobene Superexorzistin, die versucht dieser Rolle auch gerecht zu werden. Sie hat eine entsprechende Erziehung genossen und man hat Erwartungen an sie. Daher fand ich das nicht so schlimm. Jules dagegen hat einen gewissen Charme, da er viel mit Humor überspielt und sich so aus Situationen schlängelt. Dazu ist er natürlich etwas empfänglicher für diverse Offenbarungen, weil sein Leben einfach schon seit jeher anders verlaufen ist als beispielsweise bei Selene. Ich kann mich einigen anderen Rezensionen in diesem Punkt anschließen: Die Perspektiven werden nur leider nicht angezeigt im Buch. Weder in den Kapitelüberschriften noch irgendwie im Kapitel. Das sorgt schon für Verwirrungen. Im Hörbuch gibt es zwei verschiedene Sprecher:innen, sodass der Wechsel hier natürlich absolut erkennbar ist. (Beide Sprecher:innen machen auch einen tollen Job.) Was das Hörbuch leider dagegen nicht verstecken kann, sind dafür Orts- oder allgemeine Situationswechsel, denen ich nicht immer folgen konnte. Manchmal hab ich mich z.B. beim Hören gefragt, ob ich jetzt ernsthaft zurückspulen muss, obwohl ich dich konzentriert mitgehört habe, aber plötzlich sind wir auf Festivität XYZ und ich hab nur noch Bahnhof verstanden. Trotzdem hat mich die Geschichte gut unterhalten. Der Take zum Vatikan und Göttlichkeit und Folgsamkeit hat mir sehr gut gefallen. Zumal es auch einfach mal sehr anders war, und ich habs so in der Form auch nicht erwartet. Gleichzeitig war ich auch einfach bissle verwirrt nach dem Buch und bin daher noch unentschlossen, ob ich den zweiten Band lesen werde.