Ich bin ja großer Stromberg-Fan. Und beim Lesen der ersten Seiten fühlte ich mich ungemein an Stromberg erinnert. Doch diese Euphorie wich schnell einer leisen Enttäuschung. Denn es wurde immer wieder in die selbe Kerbe gestoßen. "Arbeit ist scheiße, die Kolleginnen und Kollegen regen mich mit ihrer Art auf, ich versuche so wenig wie möglichst selbst zu arbeiten und delegiere was ich kann."Ich denke, uns allen geht es so, dass wir auch mal keine so große Lust auf die Arbeit haben, dass uns ein übermotivierter Kollege oder eine übertrieben freundliche Kollegin nervt. Aber das sind in der Regel ausnahmen. Hier im Roman ist dies Alltag. Diese Negativität bzw. dieses Genervtsein von der Arbeit bzw. den Mitarbeitenden durchzieht den ganzen Roman. Das nervte mich irgendwann doch sehr.Mit der Protagonistin wurde ich auch nicht richtig warm. Sie erzählt zwar die eine oder andere Anekdote, die mich zum Schmunzeln brachte, und bei der einen oder anderen Schilderung über Kolleginnen und Kollegen dachte ich mir: "Ja, genau so isses", etwa wenn es darum geht, dass man auf der Arbeit auch eine Art "Rolle spielt".Aber bei ihrem Verhalten konnte ich mehrmals auch noch den Kopf schütteln. Dem Ganzen die Krone setzte auf, dass sie sich wirklich wünschte, auf dem Weg zur Arbeit überfahren zu werden, um sich so die Arbeit ersparen zu können. "Dann kündig doch einfach", hätte ich ihr am Liebsten zugerufen. Den Schluss fand ich zudem moralisch fragwürdig.