Theresa Knipschild versteht ihr Handwerk und das merkt man diesem Buch auf jeder Seite an. Als gelernte Konditorin, Dozentin an der Handwerkskammer Köln und durch verschiedene TV-Sendungen bekannt, gelingt es ihr, ihr Fachwissen auch für Laien verständlich und praxisnah zu vermitteln.
Ein großer Pluspunkt von Backen im Winter sind für mich deshalb die vielen praktischen Tipps, die über reine Rezepte hinausgehen. So wird beispielsweise erklärt, dass man beim Backen mehrerer Bleche mit Umluft nach der Hälfte der Backzeit die Position der Bleche tauschen sollte, damit alles gleichmäßig gebacken wird. Ein anderes schönes Beispiel ist der Tipp, wie sich eine gekühlte Sahnetorte elegant aus dem Tortenring lösen lässt: Man erwärmt den Ring einfach kurz rundherum mit einem Haarfön. Solche kleinen Kniffe sind ausgesprochen hilfreich und machen das Buch auch für weniger erfahrene Hobbybäcker interessant.
Gerade Einsteiger profitieren außerdem von den Erläuterungen zum notwendigen Werkzeug in der Backstube und vom vermittelten Basiswissen, das auch dazu anregt, Rezepte zu variieren und eigene Ideen zu entwickeln.
Mit knapp 60 Rezepten bietet das Buch eine schöne Mischung aus winterlichen Klassikern und kreativen Neuinterpretationen. Natürlich finden sich Zimtsterne, Lebkuchen und Bratapfel, daneben aber auch ungewöhnlichere Kreationen wie Bienenstich-Tiramisu, Spekulatius-Eissandwich oder Kürbischeesecake. Besonders gelungen finde ich die Tannenzapfen: Sie sehen nicht nur ausgesprochen hübsch aus, sondern bieten gleichzeitig eine originelle Möglichkeit, Kuchen- oder Plätzchenreste sinnvoll zu verwerten. Ergänzt wird die Rezeptauswahl durch Torten, Desserts und kreative Geschenkideen aus der Backstube.
Ein kleiner Wermutstropfen ist allerdings, dass Angaben zum Schwierigkeitsgrad der einzelnen Rezepte fehlen. Gerade für Anfänger wäre eine entsprechende Kennzeichnung sehr hilfreich. Denn einige der Rezepte sind meiner Einschätzung nach durchaus anspruchsvoll und dürften Backneulinge trotz der guten Erklärungen vor Herausforderungen stellen.
Die Ausstattung des Buches überzeugt dagegen auf ganzer Linie. Das hochwertige Hardcover, das praktische Lesebändchen und die großzügige Gestaltung machen Backen im Winter auch optisch zu einem sehr schönen Buch. Fast jedes Rezept wird von einem ganzseitigen Foto begleitet, und Zutaten sowie Zubereitungsschritte sind übersichtlich angeordnet. Auch Arbeits- und Backzeit sowie die jeweilige Stückzahl sind direkt beim Rezept angegeben. Das Rezeptverzeichnis ist ebenfalls praktisch, da man dort auch gezielt nach Zutaten suchen kann.
Insgesamt ist Backen im Winter für mich eine gelungene Kombination aus fundiertem Konditorwissen, klassischen Weihnachtsrezepten und kreativen Ideen. Wer gerne backt und Lust hat, in der Winterzeit Neues auszuprobieren, findet hier zahlreiche Anregungen. Für absolute Anfänger sind nicht alle Rezepte gleichermaßen leicht umzusetzen, aber gerade die vielen verständlichen Tipps und das vermittelte Basiswissen machen das Buch dennoch zu einer wertvollen Unterstützung.
Ein tolles Weihnachtsgeschenk für Backfans und ein schönes Buch für alle, die ihre Backstube im Winter um einige besondere Rezepte und praktische Kniffe bereichern möchten.