
Wie gehen wir mit Unbekanntem um?
Eine Geschichte über das miteinander Reden und aufeinander Zugehen
Oh nein, vor der Stadt liegt ein riesiges Tier! Es versperrt den Weg. Eieiei, tönt der Wompf. Oje, stöhnt die Timpe-Ma. Da muss etwas gemacht werden! Und dann machen sie etwas. Sie decken das Tier zu, bauen eine Brücke drüber und eine Straße drum herum. Problem erkannt, Problem gebannt! Nur das Mienchen schüttelt den Kopf, ihm gefällt das gar nicht. Aber wer hört schon auf Mienchen? Da nimmt es sich ein Herz und spricht das Tier einfach an . . .
Kerstin Hau und Stella Dreis haben ein Bilderbuch geschaffen, das zeitlos und zugleich zeitgeistig ist. Mit Tempo, Humor und klaren Worten zeigen sie, wie wir Unbekanntem begegnen können. Die reduzierten Illustrationen ermöglichen Projektionen: Jede:r kann Mienchen oder Stadtbewohner:in sein. Eine Geschichte über das miteinander Reden, aufeinander Zugehen und voneinander Lernen.
Alles ist unbekannt, bis du es kennenlernst
Für Lehrkräfte: Pädagogisches Begleitmaterial für die Grundschule über den Umgang mit Unbekanntem und Fokus auf dem Thema Gefühle (kostenloser Download auf der NordSüd-Verlagswebsite)
Besprechung vom 02.04.2026
Seid mutiger!
Eieiei", seufzt der Wompf. "Oje!", raunt die Timpe-Ma. "Obacht!", warnt der Wimpf. So was aber auch: Da hat sich ein riesiges, unbekanntes Tier vor dem Eingang zur Stadt breitgemacht, einfach so, und versperrt den Weg. Und die Bewohner, der Wompf, der Wimpf, Timpe-Ma und Timpe-Pa, zerbrechen sich den Kopf darüber, wie sie dieses Tier, dieses Problem, am einfachsten wieder loswerden.
Bald wird eine Decke über das sonderbare Tier geworfen, bald eine Brücke darüber errichtet, eine Straße drum herum gebaut. Hilft alles nichts: Das Tier verschwindet nicht, Sorgen und Aufregung werden nicht kleiner.
Mienchen dagegen ist mutiger. Sie schlägt vor, das Tier doch einfach mal anzusprechen. Bloß nicht, warnen die restlichen Stadtbewohner. Doch davon lässt sich Mienchen nicht den Wind aus den Segeln nehmen. Sie lüpft die Decke und beginnt ein Gespräch. Schnell wird klar: So gruselig wie vermutet ist das große Tier auf keinen Fall. Und auch den Vorschlag, sich woanders zum Ausruhen hinzulegen, findet es alles andere als abwegig.
Fürchtet euch nicht vor dem Fremden, seid empathisch und mutiger: Das ist die Botschaft, die in dem Kinderbuch "Obacht!" von Kerstin Hau und Stella Dreis steckt. Lasst euch nicht verrückt machen von den Panikmachern, meckert nicht, sondern sucht nach Lösungen. Die Darmstädter Autorin Hau und die Heidelberger Illustratorin Dreis haben zusammen ein Kinderbuch geschaffen, das in einer Zeit von Dauerkrisen und Populismus mutmachend wirkt. Die knalligen Zeichnungen und die lautmalerische Sprache begeistern. Empfohlen wird das Buch für alle von vier Jahren an.
Bald kann man Hau und Dreis auch live erleben: Im Frankfurter Literaturhaus stellen sie "Obacht!" in der Reihe "Bilderbuchnachmittag" vor. Am 19. April um 15 Uhr beginnt ihre Lesung, bei der die Geschichte nicht nur vorgelesen, sondern auch für die Kinder gezeichnet wird. Karten kann man über die Website www.literaturhaus-frankfurt.de bestellen, sie kosten fünf Euro pro Person. ALEXANDER JÜRGS
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