Babett wohnt mit ihrem alten Vater auf dem Petererhof in den Bergen.
Die Arbeit ist hart, sie ist unehelich schwanger, der Bruder bleibt im Krieg.
Die Kusine Fanni ist in gesitteten Verhältnissen mit ihrem Alois, doch die Kinder bleiben aus. Sie überredet Babett, den Sohn Simon ihr zu übergeben und sie geht darauf ein.
Mit dem Knecht Franz lernt sie doch noch die Ehe kennen und bekommt ihren zweiten Sohn Johannes.
Doch die Ehe hat auch ihre Schattenseiten.
Diese erträgt sie und redet nicht darüber.
Ein Testament taucht auf, doch weder Babett noch ihr Sohn Johannes soll der Erbe des Petererhofes sein.....
Was soll ich sagen, es ist wieder einmal genau ein Buch nach meinem Geschmack. Der Schreibstil ist leise, zart, authentisch.
Die Autorin beschreibt bildhaft die Umgebung in den Bergen und das karge, harte Leben auf einem Bauernhof. Über Gefühle, Wünsche, Sehnsüchte wird nicht geredet.
Die Frau ist ohne einem Mann wenig wert.
Das Leben eines Menschen, der Babett, wird so beschrieben, wie es oft ist, es brennt, es schmerzt und doch kann es auch schon und heilsam sein. Das Symbol der Brennnessel, nicht nur als tagliches Teeritual von Babett, sondern als ein Sinnbild für ihr Leben.
Mich hat es berührt, sehr nachdenklich und dankbar gemacht.
Den Grund des abgrenzenden Verhaltens zu ihrem Erstgeborenen wird erst spät nachvollziehbar, aber passt gut zu dem damaligen Lebensverhältnissen.
Das immer wieder sehr vorsichtige aneinander Herantasten beider Brüder wird sehr gefühlvoll dargestellt.
Auflockernd und schön ergänzend, finde ich die Einschübe aus der Sicht der Künstlerin Luisa, die seit Kindertagen immer wieder durch ihren Vater vor Ort ist und später die Liebe zu Simon findet.
Der Schluss ist wundervoll zuversichtlich.
Fazit: Ein sehr bewegendes Lebensportrait eines kargen, einfachen Lebens auf dem Land.
Große Leseempfehlung!