Handlung:
Patroklos ist ein Niemand, ein verbannter Prinz, und doch entscheidet sich Prinz Achill, ihn zu seinem Gefährten zu nehmen. Ab diesem Zeitpunkt sind sie untrennbar. Doch von da an ist auch ihr Schicksal miteinander verwoben und wie man sich vorstellen kann, ist dieses, als Halbgott, der in eine Prophezeiung hineinwächst, mehr als tragisch. Neben einem beginnenden Krieg rund um die entführte Helena und einer Rolle, die Achill zu erfüllen hat, müssen sich die zwei Gefährten auch ihren Gefühlen füreinander stellen.
Gestaltung:
Ich beziehe mich auf die Auflage aus dem Jahr 2011, die ich aus den dunkelsten Tiefen meines Bücherregals befreit habe. Diese ist ihren späteren Auflagen ähnlich, unterscheidet sich aber deutlich durch das Cover. Vermutlich ist ein griechischer Brustpanzer auf dunklem Grund zu sehen. In den Ecken kann man kleine Lyren erahnen, die innerhalb der Geschichte eine besondere Bedeutung haben. Die Kapitel an sich sind von überschaubarer Länge und gut an einem Stück zu lesen. Auch der Schreibstil überzeugt. Dieser hebt sich von anderen Autor:innen ab. Miller hat ein Talent dafür, Szenen detailliert auszuschmücken, ohne sie zu überladen. Die Zeit schreitet auf den 380 Seiten schnell voran und spielt sich über einen Zeitraum von 28 Jahren ab, weshalb man sich mit einigen Zeitsprüngen konfrontiert sieht. Da bleibt nicht viel Zeit, sich jeder Kleinigkeit zu widmen. Dennoch hatte ich nicht das Gefühl, gehetzt zu werden. Auch für Gefühle lässt sich Miller mehr als genug Zeit und beschreibt diese sehr nahbar. Man kann sich gut in den Protagonisten Patroklos, aus dessen Sicht die Geschichte geschrieben wird, hineinversetzen. Nicht nur an einer Stelle schaffte es Miller, mich zu Tränen zu rühren, über das gefühlsbeladene Finale muss man gar nicht sprechen.
Fazit:
Sie schafft es, eine Erzählung, die man vielleicht aus einer Dokumentation oder dem Geschichtsunterricht kennt, modern nachzuerzählen, voller Gefühle und bekannter Details. Man fühlt so sehr mit, dass man sich fast wünscht, Miller hätte die Erzählung umgeschrieben und ihr ein anderes Ende gegeben. Eine deutliche Empfehlung und 5 von 5 verdienten Sternen.