Charakteristisch für diese Autorin scheint mir, wie hier ein großer Reichtum an Bildern und Bezügen gespeist aus verschiedensten Wissensformen, Beobachtungen und Erfahrung mit einer wohltuend klaren Sprache erfasst, durch die knappe, aufgeraute Syntax und die präzis gesetzten Zeilenumbrüche und Rahmung reflektierend vertieft und in besonderer Komposition zu einer umfassenden Notatenfolge gereiht wird.
Reto Ziegler, Wien
Rosemarie Zens' Sprachbilder und Fotografien ein fein gewirkter Kosmos aus Mythos und Philosophie, aus Klang und Bewegung und in sich verflechtende Erinnerungen. Gleichnisse und geistesgeschichtliche Reminiszenzen haften Melodiösität und eine gewisse Sprödigkeit an, in denen sich Bild an Bild reiht und bei aller Naturverbundenheit, die sich in frischen Kiefernzapfen, faserigen Zirruswolken oder Bergformationen zeigt, auch geologische und physikalische Begriffe auftauchen: Surfende Elektronen / die auf Plasmawellen reiten / Alumiumfolien krümmen // Mit Teilchenkanonen / die Protonen zu beschleunigen/ Punktuell scheint darin die Schicksalsgemeinschaft von Mensch und Natur auf ihre Stärke, Bedrohung und Bedrohtheit. Wie in Traumsequenzen einer eigenen Wahrnehmungslogik folgend, in der die Teilnahme an einem Unendlichen, das Maß und Rhythmus ist, sich im Formwillen der Bildkompositionen äußert. Ein narrativ-elegischer Ton hebt die existentielle Verlorenheit des Menschen hervor und knüpft im rückbesinnenden Austausch erneut ein Band mit der Natur in ihrer Gesamtheit geschichtlicher und kreatürlicher Gesetzmäßigkeit.
lyrikwelt. de
Dieses Künstlerinnenbuch lädt ein zu einer stillen Ausstellung des poetischen Blicks: in der ebenmäßigen Architektur streng gefügter reimloser Zeilengruppen fotografische Kompositionen von Figuren, Schatten und Gegenlicht. Überblendungen und Parallelgesichte widerspiegeln sich auch immer in den Texten, die sich bilden am Licht / Für das Licht. ( ) Wenn wir durch die Räume dieses Buches gegangen sind, hat sich unser inneres Auge gefüllt.
Dr. Paula C. Georges