Aufgrund des Klappentextes bin ich wieder von einem depressiv-melancholischen Max Bischoff ausgegangen, überraschenderweise war das nicht der Fall. Traurigerweise war das aber auch eins der wenigen positiven Dinge, denn der Storyverlauf verfällt in altbekannte Muster und schon wieder ist Max nicht nur Ermittler, sondern auch Objekt der Begierde und sein Umfeld wird wiederholt zum Opfer des Täters. Zu meiner Rezi von "Im Kopf des Mörders 1" habe ich schon meinen Unmut darüber ausgedrückt, wenn Ermittler im Fokus der Täter stehen - sie sollen ermitteln und nicht das Opfer sein, aber leider wiederholt sich diese Thematik hier immer wieder. Kaum ein anderer Polizist/Privatdetektiv schafft es, so viele Verrückte in seinem Umfeld zu scharen die ihm schaden wollen, während er blind und unbedarft durchs Leben geht und einfach nichts durchschaut. Das ist auch meine zweite Kritik an Max Bischoff. Er soll ein brillanter Fallanalytiker sein, lässt sich aber ständig täuschen, läuft in jede Falle, kommt nur selten selbst auf die Lösung, geschweige denn, dass er den Täter tatsächlich stellt. Stattdessen steht sein Leben immer wieder auf dem Spiel weil er sich überrumpeln lässt und knapp dem Tod entkommt. Max hat etwas von einer naiven Jungfrau in Nöten und damit kann ich wirklich nichts anfangen. Meine Hoffnungen von Mörderfinder 1 habe ich inzwischen komplett vergraben und hege wenig Hoffnung, dass mir Band 5 besser gefällt, aber ich lasse mich gerne überraschen.Marvin bringt etwas frischen Wind rein, glänzt aber auch nicht immer mit Sympathie. Dennoch finde ich, dass er ein besserer Ermittler ist als Max, weil er die Fakten schneller begreift und zwei Schritte voraus denkt, während Max in seiner Gedankenblase festhängt und sich im Kreis dreht.Keskin schlägt in diesem Band dem Fass den Boden aus und sie bleibt ihrem miesen Charakter treu. Sehr schade, denn es wäre schön gewesen, hier anstatt einer verbitterten und unsympathischen Frau eine toughe und starke Chefin zu sehen, die hinter ihrem Team steht und private Angelegenheiten außen vor lässt.Toll beschrieben fand ich jedoch das Motiv des Täters, dass ich hier als ziemlich realistisch empfunden habe. Dazu kommt, der perfekt ausgeklügelte Plan, der keine Zufälle zulässt und alle Variablen im Vorfeld einkalkuliert hat. Das verlangt ein starkes Durchhaltevermögen und, auch wenn die Denkweise sehr gestört ist, hätte ich mir von Max diese Art von Voraussicht gewünscht.Fazit: Alles in allem blieb auch dieser Band hinter meinen Erwartungen zurück, gefiel mir aber besser als der Fall in Klotten. Max als ständiges Opfer ist für mich einfach auserzählt, weshalb der Spannungsbogen für mich ausbleibt und auch Max hinter den Nebencharakteren zurücksteht.