Wenn alte Lieblingsbücher wieder weh tun ¿¿¿
Ich habe Thoughtless aus reiner Nostalgie begonnen. Irgendwie musste ich an meine alten Bücher denken, an Geschichten, die mich damals komplett mitgerissen haben - und plötzlich war diese Reihe wieder da. Also habe ich angefangen zu lesen. Und ich bereue absolut nichts.Schon nach wenigen Seiten war mir wieder klar, warum ich dieses Buch früher so geliebt habe, warum ich es mehrfach rereadet habe und warum es sich jetzt, gefühlt zehn Jahre später, immer noch genauso intensiv anfühlt. Kiera und Kellan gehen einem unglaublich nah. Ihre Geschichte ist süß, schmerzhaft, emotional - und vor allem ehrlich. Man leidet mit ihnen, aber nicht nur mit ihnen, sondern mit jedem einzelnen Charakter.Besonders hervorheben möchte ich die Dreiecksbeziehung, obwohl ich eigentlich überhaupt kein Fan dieses Tropes bin. Egal in welchem Genre. Doch bei Kiera und Kellan mache ich eine Ausnahme. Hier fühlt sich nichts künstlich an. Die Gefühle entwickeln sich langsam, chaotisch und nicht immer richtig. Liebe ist hier nicht perfekt, nicht sauber und nicht einfach - sondern kompliziert und schmerzhaft real.Was ich sehr mag: Thoughtless erzählt keine klassische Liebesgeschichte von zwei freien Menschen, die sich treffen und alles läuft glatt. Stattdessen begegnen sich zwei komplexe Persönlichkeiten, beide mit inneren Konflikten, Unsicherheiten und Fehlern. Ja, Kiera geht mir stellenweise extrem auf die Nerven. Kellan aber genauso. Und genau das macht sie so authentisch. Sie fühlen sich lebendig an, nicht idealisiert, sondern menschlich.Auch die Nebencharaktere tragen unglaublich viel zur Geschichte bei. Aus einzelnen Figuren wächst nach und nach eine kleine Familie, die man beim Lesen nicht mehr missen möchte.Diese erneute Reise zurück zu Thoughtless war für mich etwas ganz Besonderes. Obwohl ich die Geschichte grundsätzlich kenne, habe ich gemerkt, wie viel mir entfallen war - und wie anders ich heute mitfühle. Reifer, bewusster, vielleicht sogar intensiver.Ich freue mich sehr auf die nächsten Bände, auch wenn ich weiß, dass es emotional nicht leichter wird. Und besonders neugierig bin ich auf das Buch aus Kellans Sicht, das ich damals noch gar nicht kannte, genauso wie auf die Geschichte von Griffin und Anna.Thoughtless hat mich erneut daran erinnert, warum manche Bücher einen ein Leben lang begleiten. ¿¿