Die Drei Sonnen lagen schon lange auf meinem Stapel der ungelesenen Bücher und nun endlich habe ich es geschafft... und kann den Hype um dieses Buch nicht teilen.Dabei hat es alles, was mich an einem guten Science Fiction reizt. Eine tolle Idee als Ausgangsbasis, einen geschichtlichen Bogen, das Einbinden von physikalischen Theorien und einen philosophischen Anspruch. Warum also nur drei Sterne?Einen Stern habe ich abgezogen, weil bis auf wenige Ausnahmen die Charaktere nicht überzeugen und die Dialoge oft hölzern und gestelzt wirken. Ob es sich um ein Übersetzungsproblem handelt, kann ich nicht beurteilen. Den zweiten Stern Abzug gibt es, weil es sich der Autor an manchen Stellen recht einfach macht. Das größte Mysterium, wie es die Trisolaris Zivilisationen schaffen, trotz extremer Kälte und glühender Hitze wieder schaffen aufzuerstehen und eine Erinnerung an die Vorgängerzivilisationen zu bewahren, bleibt ungelöst und wird noch nicht einmal angesprochen.Die Theorie der beiden aufgefalteten Protonen finde ich toll, bezweifele jedoch den Einfluss, den diese zwei Protonen auf die Menschheit haben sollen.Trotzdem halte ich das Buch für empfehlenswert. Das Problem der drei Sonnen und die Auswirkungen, die eine solche Konstellationen auf das Leben haben könnte, ist faszinierend. Die Idee eines Computerspiels, dass dem Leser erlaubt, die Rückschläge in der Entstehung der trisolaren Zivilisationen mitzuverfolgen, finde ich klasse. Die Einbindung der Kulturrevolution in den 1960er Jahren und die Veränderungen der chinesischen Gesellschaft über die Zeit bieten eine geschichtliche Rahmenhandlung, die viel zu selten beleuchtet wird.Aber es sind die handwerklichen Mängel, die eine bessere Bewertung verhindern.