Erholung im fernen Norden, mit Frau und Clete.Doch zwei Frauenmorde lassen so manch guten Vorsatz in Schießpulverschwaden verschwinden...
War einiges los in der Vergangenheit, in New Iberia, New Orleans. Es wird Zeit für was Neues. Dave Robicheaux zieht es weg von der drückenden Hitze des Südens. Hoch hinauf in die Weiten Montanas, wo Jeans und Cowboyhüte stets Konjunktur haben. Und hier oben in den Bergen ist es herrlich ruhig. Da kann man die Seele baumeln lassen. Den Kopf frei bekommen. Auf in den Norden. Dave Robicheaux braucht das jetzt einfach. Frau und Kumpel eingepackt und ab geht's zum Fischen in klaren Seen. Ja, Clete ist auch mit von der Partie. Dave und Clete - wahrscheinlich sind sie dicker miteinander als andere "normale" Pärchen.Doch die Freude währt nur kurz. Mord. Gleich zwei an der Zahl. Zwei Studentinnen. Und - so groß sind die Unterschiede zwischen Süden und Norden dann wohl doch nicht - eine ziemlich mächtige, sagen wir mal Organisation. Im New Orleans sind es Clans. Zwei Bullen auf Erholungsurlaub, Familienanhang auch dabei. Blöd nur, wenn einer der Bullen keine astreine Akte vorweisen kann. Wenn dessen Vergangenheit einige schwarze Flecken aufweist. Vielleicht ist es aber auch gut so. Denn so einer weiß wie man mit finsteren Gestalten reden muss, wenn einem ... zum Beispiel Benzin über den Körper geschüttet wird? Ekelhafte Vorstellung. Und wenn der Gegenüber Raucher ist, sich seine Kippen mit dem Zippo anzündet, das vertraute Klacken des Feuerzeugs (in Verbindung mit dem brennbaren Kraftstoff), dann muss man schon mal auf die gute Kinderstube, sofern man sie genossen hat, verzichten. Kurzum: Clete steckt mitten in einem riesigen Schlamassel. Und somit auch Dave Robicheaux. Von den ermordeten Studentinnen ganz zu schweigen.Mittlerweile lebt James Lee Burke in Montana. Der Süden ist immer noch sein literarischer Sündenpfuhl. Die Ruhe der unendlichen Weite treibt seine Kreativität ein ums andere mal an. Raus aus der Südstaatenschwüle hinauf in die nicht minder kriminellen Höhenzüge Montanas. Eine Luftveränderung hat noch niemandem geschadet. Anders als Influencer der Moderne beschreibt er sein neues Leben als Autor nicht mit abgehackten "Sätzen", sondern mit der geballten Wucht seines Wortschatzes.Als versierter Leser der Dave-Robicheaux-Reihe kann man es schon mitten im Roman erahnen, dass mit der letzen Seite von "Keine Ruhe in Montana" auch wirklich das letzte Kapitel über Cletes Charakter und Vergangenheit, Montana, den Morden etc. geschrieben ist. Es muss weitergehen. Es wird weitergehen. Und das nachdem man sich fast sechshundert Seiten lang in den Weiten Montanas verloren hat, ohne jemals verloren gegangen zu sein.