Ein Leben zwischen Frankreich und Deutschland. Berührend und stimmungsvoll erzählt.
Die dramatische Geschichte von Isabelle und ihrer Tochter Carole hat mich berührt. Der Familiengeheimnis-Roman wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Es ist fesselnd zu lesen, wie die Puzzleteile Stück für Stück enthüllt werden. Die Autorin hat die Handlungsfäden clever miteinander verwoben.Was mir besonders gut gefällt: (+) Ich mag die facettenreichen Charaktere, die sich wie echte Menschen anfühlen und mit denen ich mitfiebere. Für mich ist die komplexe Mutter-Tochter-Beziehung das Herz der Geschichte. Auch der einfühlsame Krankenpfleger Ben ist mir sehr sympathisch.(+) Prickelnde Liebesgeschichte: Zu erleben sich zwei romantische Paare gibt (eines damals, eines im Heute). (+) Viel Atmosphäre: Mir gefallen der rasanten Schreibstil und wie stimmungsvoll die Schauplätze beschrieben werden. Bereits die erste Szene in einem Krankenhaus in Strasbourg in zweiten Weltkrieg (Findelkind) fesselt mich. (+) Interessantes Thema: eine Frau (Isabelle), die halb Französin, halb Deutsche ist, fühlt sich zerrissen zwischen zwei Kulturen und wird ausgegrenzt. Nirgendwo fühlt sie sich richtig zu Hause. Im Roman erlebe ich in den Rückblenden Isabelles Jugendjahre zwischen Strasbourg, der Provence und Frankfurt am Main in den 1960ern.(+) Die Auflösung des Geheimnisses ist stimmig (ich hatte eine Ahnung in diese Richtung).Mein Gesamteindruck: Trotz der ernsten Themen (mit traurigen Momenten) überwiegt für mich eine positive (Lese)Stimmung und eine hoffnungsvolle Note. Besonders Carole begleite ich gerne bei ihrer Entwicklung von einer unsicheren, verletzlichen Frau hin zu mehr Selbstakzeptanz, Lebensfreude und innerem Frieden. Ein empfehlenswertes Buch.