Die Gemütlichkeit, die dieses Schloss verströmt, ist schon einmalig
Eigentlich hat Izzy sich das mit dem geerbten Schloss genau überlegt.Erst will sie in aller Ruhe und mit Bedacht, die Zimmer eines nach dem anderen renovieren, denn das Schloss soll ein Hotel werden.Aber nachdem Izzy nach einem längeren Aufenthalt aus Irland wiederkommt, muss sie feststellen, dass ihre Mutter bereits ein Zimmer vermietet hat.Dieser Gast besteht auf sein Recht und er hat nicht vor, so schnell wieder auszuziehen.Aber das wird nicht die einzige Überraschung sein, die Izzys Mutter in petto hat.Mein erster Roman von Julie Caplin und ich bin überrascht, wie gut er mir doch gefallen hat.Obwohl er an manchen Stellen schon sehr kitschig ist, und eine gewisse Charakterentwicklung hätte ich mir auch gewünscht. Denn besonders die Hauptfigur Izzy ist viel zu nett, und das kann manchmal schon sehr nervtötend sein.Xanthe, Izzys Mutter, entscheidet ständig wichtige Dinge über Izzys Kopf hinweg. Dinge, die man wirklich besser zusammen entscheiden sollte. Jeder normale Mensch wäre bei solch einer Mutter, längst ausgerastet.Bei anderen Punkten verstehe ich gar nicht, warum sie so unspektakulär im Sande verlaufen. Zum Beispiel taucht Izzys Ex auf einmal wieder auf. Da hätte man eine Riesenszene draus machen können, die Fetzen hätten fliegen können, Gefühle die verrückt spielen, Eifersucht, was auch immer. Ein bisschen Rabatz hätte der Geschichte wirklich nicht geschadet. Nein, Izzy löst sowas anders, sie bleibt vernünftig und ist schließlich erwachsen.Genau wie der Kerl aus dem Hofladen der seine Chance vertut. Es ist fast, als hätte man da ein Kapitel vergessen, weil der einfach nicht mehr erwähnt wird. Komisch!Als Leserin habe ich mich mehr über Izzys Mitmenschen geärgert, als sie.Insgesamt haben mir ein paar Konflikte gefehlt, Izzy ist zu verständnisvoll, zu freundlich. Und sie hatte öfter Gründe, mal so richtig auf den Tisch zu hauen.Aber es ist, wie es ist: Es passt zu dieser Geschichte und zur ganzen Atmosphäre. Jeder muss hier selbst wissen, ob er diese Harmonie aushält, oder nicht.Abgesehen davon, hat mir besonders die weihnachtliche Stimmung und die Gemütlichkeit, die das Schloss verströmt, gefallen. Diese Heimeligkeit ist einfach einmalig und meistens habe ich sie sehr genossen.Xanthe bereitet alle Räume auf die Feiertage vor und schmückt was das Zeug hält, Izzy kocht eine schottische Köstlichkeit nach der anderen (überhaupt ist Essen ein großes Thema in diesem Roman) und draußen schneit es wie verrückt und bald schon sieht alles magisch aus.Eine gewisse Vorhersehbarkeit was die Handlung betrifft, herrscht zwar, aber das ist okay. Ich meine, es wäre ja witzlos, wenn das fragliche Pärchen sich am Ende nicht kriegen würde. Da wäre die ganze Stimmung ja dahin. Und ein paar Wendungen hält der Roman ja schon bereit.Bei meiner Rezi scheint es fast so, als ob der Roman nur von vier Menschen handelt. Das täuscht, dafür wird Xanthe schon sorgen.Fazit: Wer die ultimative Weihnachtsdröhnung braucht, ist mit diesem Buch gut beraten.