Langatmig, mit interessanten historischen Informationen.
"Die vier Winde" von Kristin Hannah war der zweite Roman, den ich von der Autorin gelesen habe. "Die Nachtigal" hat mich unwahrscheinlich überzeugt, aber "Die vier Winde" hat mich teilweise nicht abgeholt. Es ist die Geschichte von Elsa, die bei einer Familie aufwächst, die sie eigentlich gar nicht richtig leiden kann und mehr ignoriert als integriert. Das hatte für mich gewisse Jane Eyre Vibes und war auch ein guter Einsteig. Elsa liebt ihre Bücher und träumt von romantischer Liebe. Doch diese findet sie leider nicht, wird aber stattdessen schwanger und muss daher mit diesem viel jüngeren Mann zwangsverheiratet werden. In ihren Schwiegereltern und Kindern findet sie jedoch eine neue Familie und die Zeiten auf der Farm sind zwar hart aber viel schöner als zuvor. Das ändert sich allerdings als die Wirtschaftskrise und die anhaltenden Dürreperioden die Familie Martinelli in die Knie und letzten Endes auch zur Flucht in den Westen zwingt. Der Roman hat so einen wichtigen Inhalt und doch fiel das Lesen teilweise schwer, weil sich die Geschichte so zäh und schwer anfühlt. Auf über 500 Seiten passiert eigentlich nicht so viel wie erwartet und auch die Protagonisten machen nur sehr langsam eine Entwicklung durch. Oftmals blieb mir das Leiden fremd, weil es so ermüdend war, die immer gleichen Seiteninhalte zu lesen und weil gerade Elsa ihre Gefühle so sehr im Zaun halten konnte. Manchmal wurde die Geschichte aus Sicht ihrer Tochter Loreda erzählt, die in ihren jungen Jahren viel motivierender und temperamtvoller wirkte. Bei Elsa ist hauptsächlich ihr großer Minderwertigkeitskomplex zu spüren...und doch wurde mir bewusst, dass dieser immer gleiche Tagesablauf, das Leben der Farmersleute und Geflüchteten wiederspiegelt. Man kann doch nachvollziehen, wie das Leben für die Menschen abgelaufen ist. Wie sie sich jeden Tag zusammenreißen mussten und in einer so dunklen und teilweise öden Zeit, den Mut nicht verlieren durften. Wie entbehrungsreich das Leben war und wie eintönig und zäh die Tage aussehen mussten.Dennoch kann ich "Die vier Winde" nicht uneingeschrenkt weiterempfehlen. Mir fehlte oftmals die Tiefe und ich wurde irgendwie nicht so berührt, wie ich es von Kristin Hannah erwartet hatte. Erst am Ende wurde die Geschichte noch einmal tiefgründig und bewegend. Ich habe sogar ein paar Tränen verloren, aber ich glaube die Thematik hätte noch einmal mehr Potential gehabt.