Wunderschön geschrieben, ruhig und mystisch, berührt tief, lässt aber vieles offen und wirkt mehr nach als dass es erklärt
Seelenlicht - Im Zeichen der Verborgenen ist ein Buch, das sich schwer eindeutig greifen lässt. Es ist auf eine leise Art wunderschön geschrieben und gleichzeitig eines, das am Ende mehr Gefühl als klare Antworten hinterlässt.Im Mittelpunkt steht Mason, der nach dem Verschwinden seiner großen Liebe Maeve seit Monaten nur noch funktioniert. Die Geschichte beginnt in tiefer Trauer, Stillstand und Einsamkeit. Mason lebt auf Autopilot, bis eine zufällige Begegnung mit Ben einem Kunden aus seinem Laden ihn langsam wieder aus seiner Isolation holt. Die Gespräche zwischen den beiden bleiben oft oberflächlich und fragmentarisch, was sehr authentisch wirkt: Trauer lässt wenig Raum für echte Nähe oder tiefgehende Kommunikation.Maeve selbst wird als warmherziger, liebevoller Mensch beschrieben. Die Verbindung zwischen ihr und Mason ist emotional sehr berührend und glaubwürdig dargestellt. Besonders der Schreibstil hebt das Buch hervor: ruhig, atmosphärisch und stark naturverbunden. Der Wald ist nicht nur Schauplatz, sondern fühlt sich fast wie eine eigene Figur an.Mystische Elemente wie Schutzgeister, Prophezeiungen und das Gefühl, dass es mehr als nur eine Welt gibt, sind sanft in die Geschichte eingewoben. Sie stehen nie im Vordergrund, sondern verstärken die melancholische Grundstimmung. Die Handlung folgt dabei keinem klassischen Spannungsbogen: Sie verläuft teils sehr langsam, dann wieder überraschend schnell, mit Zeitsprüngen, die das Gefühl von Entrücktheit noch verstärken.Im Kern geht es um Liebe, Verlust, Schicksal und die Frage, was bleibt, wenn alles Vertraute verschwindet. Und genau hier liegt auch meine Unsicherheit: Das Buch hinterlässt ein starkes Gefühl, aber wenig Konkretes. Ob das als Stärke oder Schwäche empfunden wird, hängt sehr vom eigenen Leseempfinden ab.Fazit:<br data-start="2251" data-end="2254">Seelenlicht ist ein stilles, poetisches Buch, das mehr Atmosphäre als Handlung bietet. Es berührt, lässt nachdenken und fühlt sich an wie ein Traum, der langsam verblasst. Wer klare Antworten sucht, könnte enttäuscht sein wer sich auf Gefühle und Zwischentöne einlassen möchte, wird viel Schönes darin finden.