Spannender Jugendthriller mit starken Wendungen, interessanten Figuren und viel Rätselspaß. Hat mich bis zum Ende immer wieder überrascht.
Inhalt:In Nothing More to Tell von Karen M. McManus kehrt Brynn nach einigen Jahren an ihre alte Schule zurück. Dort beginnt sie ein Praktikum bei einer True Crime Sendung und nutzt die Gelegenheit, einen ungelösten Fall aus ihrer Vergangenheit neu aufzurollen: den Mord an ihrem ehemaligen Lehrer.Damals wurde der Täter nie gefasst, obwohl einige Schüler, darunter ihr früherer Freund Tripp, den Lehrer tot aufgefunden hatten. Während Brynn beginnt, alte Ereignisse zu hinterfragen, stößt sie auf immer mehr Ungereimtheiten. Stück für Stück setzt sich ein Bild zusammen, das zeigt, dass längst nicht alles so ist, wie es damals dargestellt wurde.Zwischen alten Freundschaften, verdrängten Wahrheiten und neuen Erkenntnissen wird schnell klar, dass die Vergangenheit noch lange nicht abgeschlossen ist.Eigene Meinung:Dies war mein erstes Buch von Karen M. McManus und ich war wirklich sehr gespannt, da ich bisher nur Gutes über ihre Bücher gehört habe. Insgesamt hat mich das Buch auch absolut überzeugt.Besonders positiv fand ich die durchgehende Spannung. Die Geschichte lebt davon, dass man als Leser ständig neue Hinweise bekommt, diese aber nie ganz eindeutig sind. Immer wieder hatte ich das Gefühl, kurz davor zu sein, alles zu durchschauen, nur um im nächsten Moment wieder komplett umzudenken. Genau dieses Miträtseln hat für mich den Reiz des Buches ausgemacht.Brynn mochte ich insgesamt gerne. Sie ist ehrgeizig, neugierig und sehr zielstrebig, was sie für die Ermittlungen natürlich zur perfekten Hauptfigur macht. Gleichzeitig überschreitet sie dabei aber auch immer wieder Grenzen und nimmt wenig Rücksicht auf ihr Umfeld. Dadurch bringt sie nicht nur sich selbst, sondern auch ihre Freundschaften in schwierige Situationen. Mit Tripp hatte ich anfangs meine Schwierigkeiten. Er bleibt lange undurchsichtig und wirkt teilweise distanziert, wodurch es mir schwer gefallen ist, eine Verbindung zu ihm aufzubauen. Mit der Zeit hat sich das aber komplett verändert. Je mehr man über ihn erfährt, desto verständlicher werden seine Handlungen und Gefühle. Am Ende mochte ich ihn wirklich sehr gerne. Besonders schön fand ich die Entwicklung zwischen ihm und Brynn. Ihre Dynamik hat sich im Laufe der Geschichte spürbar verändert und hat der Handlung zusätzlich Tiefe gegeben.Auch der Aufbau der Geschichte hat mir gut gefallen. Die wechselnden Perspektiven sorgen dafür, dass man nach und nach immer mehr Puzzleteile erhält. Dabei entsteht ein komplexes Gesamtbild, das viele Geheimnisse und Verstrickungen bereithält. Die Autorin schafft es, mehrere Handlungsstränge miteinander zu verbinden, ohne dass es unübersichtlich wird.Das Ende konnte mich ebenfalls überzeugen. Ich hatte zwar zwischendurch eigene Theorien, lag damit aber komplett daneben. Die Auflösung war für mich überraschend und hat gezeigt, wie gut die Geschichte konstruiert ist.Fazit:Ein spannender und gut durchdachter Jugendthriller, der mit vielen Wendungen, interessanten Charakteren und einem gelungenen Spannungsaufbau überzeugt.