Mein Fazit:
Schon beim Lesen vom Klappentext war klar, dass die Geschichte tief geht und im Wechselbad der Gefühle endet. Das Cover ist wunderschön gestaltet und macht neugierig auf das Buch. Welches Schicksal rankt sich um das bekannte Teehaus Drees und seine Bewohner? Welche tragische Geschichte verbirgt sich hinter dem Kinderkurheim im Teutoburger Wald?
Die Autorin nimmt uns mit auf eine bewegende Reise in die Vergangenheit der beiden Schwestern Martha und Inga, die 1964 zur Kinderkurverschickung verbannt wurden . Wer ist Claire und was ist in diesem Heim so Schreckliches passiert, dass die Schwestern so lange nicht darüber reden konnten? Die ganze Zeit hatte ich diese Fragen im Kopf beim Lesen und die Antworten sind sehr erschütternd und bewegend. Warum mussten die Kinder erbrochenes Essen, nur dreimal am Tag auf die Toilette, das große Geschäft nur am Abend verrichten, die Nachrichten den Eltern nur zensiert übermitteln und warum waren die Betreuer so grausam zu den Kindern? Dieses Schicksal wird euch sehr traurig stimmen und noch lange beschäftigen. Die Kapitel 1964 beschreiben die Zustände im Heim, was sehr traurig macht und zum Nachdenken bringt. Haben die Eltern wirklich nicht gewusst, was für Grausamkeiten dort geschehen sind? Was diesen kleinen Kinderseelen zugemutet wurde, ist unfassbar!
Der bildhafte Schreibstil der Autorin macht es unmöglich, dass die Augen trocken bleiben. Mit wie viel Herzblut sie dieses Epos erschaffen hat, liest man in jeder Zeile heraus. Die Geschichte ist berührend, sehr aufwühlend und spannend. Die Charaktere sind sehr unterschiedlich, sehr authentisch beschrieben, und vor allem Inga hat es mir angetan. Sie ist mutig und ihre Offenlegung der Tatsachen hat mich erschüttert. Ein Buch, das ich bestimmt nochmal lesen werde.