Mit dem vierten Band kehrt Tessa Collins zur Familie Carter zurück und wählt einen leisen, aber schweren Einstieg: die Depressionen und der Suizidversuch von Magnolias Mutter. Magnolia ist 35, lebt in London und arbeitet als Umwelttechnikerin in einer Agentur, die Unternehmen zu Nachhaltigkeit berät. Natur-, Umwelt- und Klimaschutz sind für sie keine bloßen Schlagworte, sondern gelebte Überzeugung. Dennoch fühlt sie sich innerlich zerrissen. Die Nähe zu Blooming Hall in Cornwall gibt ihr Halt, während die Sehnsucht nach ihren Eltern in Kalifornien bleibt. Besonders der fragile Zustand ihrer Mutter liegt wie ein ständiger Knoten in ihrem Herzen und begleitet sie durch den Alltag.
Wie schon in den vorherigen Bänden ist es ein scheinbar kleiner Fund auf Blooming Hall, der alles verändert: ein altes Flugticket nach Neuseeland, ein Foto einer Kette mit grünem Anhänger und eine Adresse in Queenstown, dazu eine Quittung über zwanzigtausend Pfund aus dem Heimatland ihrer Mutter Maia. Magnolia spürt sofort, dass diese Spuren mehr bedeuten als bloße Erinnerungsstücke. Ohne lange zu zögern, macht sie sich auf den Weg. In der Hoffnung, Antworten zu finden und vielleicht auch einen Schlüssel zu den inneren Kämpfen ihrer Mutter.
Tessa Collins versteht es erneut, ihre Leser mühelos mitzunehmen. Magnolias Gefühlswelt, ihre Sorge und zugleich ihre Entschlossenheit, die Wahrheit über die Herkunft ihrer Mutter zu erfahren, wirken glaubwürdig und emotional greifbar. An manchen Stellen empfand ich den erhobenen Zeigefinger in Sachen Umweltschutz jedoch als etwas zu präsent. Die atmosphärischen Beschreibungen Neuseelands hingegen sind ein echtes Highlight. Sie wecken Reiselust und lassen die beeindruckende Natur, die Tierwelt und die Kultur des Landes beinahe lebendig werden.
Sehr berührend sind die Rückblicke in die 1960er Jahre. Die Geschichte der jungen Maori Amiri, die auf einer Farm bei einem weißen Ehepaar lebt, geht unter die Haut. Die Folgen dieser Vergangenheit wirken lange nach und fügen sich schlüssig in die Gegenwart der Familie ein. Am Ende schließt sich ein Kreis, der vieles in ein neues Licht rückt.
Ein kleines, aber wunderschönes Extra sind die Farbschnitte der Reihe. Jedes Buch für sich ist ein Hingucker, gemeinsam im Regal wirken sie fast wie ein liebevoll gebundener Blumenstrauß.
Eine leise, bewegende Fortsetzung, die nachhallt und neugierig auf den finalen Band macht.