Startet als vielversprechender Schauerroman, endet als Nachkriegs-Thriller.
Von Simone St. James kannte ich bisher nur "Die schwarze Frau" und weil ich den Roman so mochte, wollte ich unbedingt mehr von der Autorin lesen. Das ist nun geschehen und ausgesucht habe ich mit ¿¿¿ ¿¿¿¿¿¿¿¿¿ ¿¿¿ ¿¿¿¿ ¿¿¿ ¿¿¿¿¿, denn es ist ein Spukhaus-Roman und die lese ich ja am liebsten.Das ganze spielt 1921 und wir folgen unserer Protagonistin Jo, welche als Gesellschafterin für ihre entfernte Verwandte Dottie arbeitet. Jo hat bereits viel durchgemacht. Sie ist verantwortlich für ihre geisteskranke Mutter und ihr Ehemann ist seit dem Krieg verschollen, vermutlich tot. Nach einer Europareise kehrt sie mit Dottie nun auf deren Wohnsitz Wych Elm House zurück. Auch Dottie hat schwere Zeiten hinter sich, stürzte doch ihre Tochter Frances hier in den Tod.Schon kurz nach der Ankunft wird Jo von Erscheinungen und Albträumen geplagt. Ist es Frances' Geist und was will sie ihr sagen?Entgegen vieler Meinungen, mochte ich Jo. Ich konnte mich in ihren Gefühlen oft wiedererkennen und empfand sie die meiste Zeit als realistischen Charakter. Als tragische Figur, die sich tapfer schlägt, passt sie auch gut in diese Art von Roman.Die Geistererscheinungen werden schön beschrieben und ich mochte die erzeugte Stimmung sehr. Aber dann, etwa ab der Mitte, gibt es einen Umbruch. Es geschieht etwas, eine Überraschung gewissermaßen. Und ab da verwandelt sich der bis dahin solide Spukhaus-Roman in einen Thriller über die Aufklärung eines Mordfalls. Danach spielt der Spuk kaum noch eine Rolle und es geht auch plötzlich viel um Spionagemissionen während des Krieges. Das hat mich gar nicht interessiert und passte auch nicht so richtig zum Rest, auch wenn es sich am Ende natürlich alles zusammenfügt.Die Liebesgeschichte, wenn man es denn so nennen mag, hat für mich überhaupt nicht funktioniert und absolut kalt gelassen. Aber da bin ich ja sowieso schwer zu überzeugen.Dadurch dass sich der Roman nach der Hälfte völlig neu erfunden hat, war ich recht enttäuscht und habe ihn eher lustlos zu Ende gelesen. Schade!