Dieses Buch hat mir beim Lesen Spaß gemacht. Trotzdem habe ich lange mit mir gehadert, ob ich es nicht schlechter bewerten sollte, denn logisch ist hier leider einiges nicht so richtig.
Courting ist ganz klar eine leichte Romance für zwischendurch, mit Zeitreise-Elementen und Regency-Setting. Und als genau das funktioniert es auch: unterhaltsam, flüssig zu lesen und emotional angenehm.
Der Schreibstil ist simpel, aber angenehm. Nichts Besonderes, nichts Überladenes, dafür sehr flüssig und einladend. Ich bin gut in die Geschichte reingekommen und hatte nie das Gefühl, mich durchkämpfen zu müssen.
Rebecca als Protagonistin mochte ich insgesamt ganz gerne, auch wenn sie mich stellenweise echt ratlos zurückgelassen hat. Sie ist ein bisschen zwiegespalten geschrieben: Einerseits wirkt sie mutig, clever und selbstbewusst, andererseits trifft sie Entscheidungen, die man einfach nur als unvorsichtig bezeichnen kann.
Die Romanze zwischen Rebecca und Reed war dagegen mein klares Highlight. Reed ist charmant, aufmerksam, erstaunlich fortschrittlich in seinem Denken und einfach ein extrem angenehmer Love Interest. Ihre Dynamik war süß, glaubwürdig und hat mich emotional abgeholt, genau deshalb habe ich viele Logikfehler zeitweise einfach ausgeblendet.
Auch der Mordfall und die gemeinsamen Ermittlungen fand ich spannend genug, um dranzubleiben. Es war jetzt kein Thriller-Niveau, aber absolut fesselnd für ein Romance Buch mit Mystery Elementen. Ich wollte wissen, wie es ausgeht.
Das Ende war dann leider der Punkt, an dem die Geschichte für mich deutlich an Boden verloren hat. Erst dachte ich noch, es wird ganz rund gelöst, dann kam ein Plot Twist, der in Bezug auf die Zeitreise Regeln einfach noch mehr Fragen aufgeworfen bzw. keinen Sinn gemacht hat. Und genau das hat mir das Finale ein gutes Stück kaputt gemacht.
Trotzdem: Ich hatte Spaß beim Lesen. Ich habe mich unterhalten gefühlt. Und manchmal darf ein Buch genau das sein, auch wenn es logisch wackelt und wenn mein innerer Logik Fan leise geweint hat.