"Hey Guten Morgen, wie geht es Dir" von Martina Hefter stand schon lange auf meiner Wunschliste. Allein die Themen haben mich sofort angesprochen: Eine Frau, die zwischen ihrem geliebten Künstlerinnenleben, dem Entlarven von Love-Scammern und der Sorge um ihren schwer erkrankten Mann steht - da steckt unglaublich viel Potenzial drin. Und dann ist da natürlich noch der Deutsche Buchpreis.
Leider konnte mich die Geschichte rund um Juno, ihren Mann Jupiter und ihre Internetbekanntschaft Benu am Ende dann leider doch nicht vollständig überzeugen.
Ich hatte das Gefühl, dass auf viele der wirklich spannenden Themen zu wenig eingegangen wurde. Stattdessen gab es immer wieder Verweise auf den Film 'Melancholia'. Den habe ich allerdings nicht gesehen und nachdem ich mich mit der Handlung beschäftigt habe, reizt er mich auch nicht besonders.
Junos innere Zerrissenheit wird zwar sehr gut vermittelt und der Schreibstil liest sich angenehm flüssig. Mir fehlt jedoch insgesamt etwas mehr Tiefe, und auch zu Juno selbst konnte ich keine richtige Verbindung aufbauen.
In einer Szene wird angedeutet, dass Juno und Jupiter sehr dünn, vielleicht sogar unterernährt sind. Das empfand ich als sehr unangenehm und weiß nicht genau wie ich es einordnen soll. Gleichzeitig empfand ich Junos Fürsorge für ihren Mann stellenweise als etwas distanziert. Mir fehlte das Gefühl eines stärkeren Miteinanders.
Der Roman hat viele Menschen begeistern - deshalb fällt meine eher zurückhaltende Begeisterung sicherlich nicht ins Gewicht. Und wie immer gilt: Macht Euch bei Interesse am besten selbst ein Bild.