Eine intensive Office Romance über Macht, Vertrauen und moralische Grauzonen ¿ emotional, konfliktgeladen und überraschend reflektiert.
3,5 ¿Werbung, RezensionsexemplarMit In Love with the Boss liefert Ava Cooper eine klassische Office-Romance, die vertraute Tropes aufgreift, diese jedoch mit emotionalen Konflikten und moralischen Grauzonen anreichert. Im Zentrum steht eine Liebesgeschichte, die weniger von Leichtigkeit als vielmehr von inneren Spannungen, Loyalitätsfragen und dem gefährlichen Zusammenspiel von Macht und Gefühlen geprägt ist.Protagonistin Riley Donovan ist eine ambitionierte junge Frau mit klaren Karrierezielen. Ihre Beförderung zur persönlichen Referentin des neuen CEOs Elias Sanderson eröffnet ihr beruflich große Chancen - emotional jedoch bringt sie alles ins Wanken. Riley wirkt dabei durchweg glaubwürdig: Sie ist reflektiert, ehrgeizig und sich der Risiken bewusst, die eine Beziehung zu ihrem Chef mit sich bringen würde. Besonders überzeugend ist ihr innerer Konflikt zwischen beruflicher Selbstverwirklichung, der Verlobung mit ihrer Jugendliebe Carter und der wachsenden Anziehung zu Elias.Elias verkörpert zunächst das Bild des charismatischen "Model-CEOs": selbstbewusst, attraktiv und gewohnt, Menschen für sich einzunehmen. Doch Ava Cooper verleiht ihm mehr Tiefe, als das Genre oft erwarten lässt. Hinter der polierten Fassade zeigen sich Unsicherheiten, emotionaler Rückzug und ein ausgeprägter Kontrollwille. Elias ist kein klassischer Held - vielmehr bewegt er sich in moralischen Grauzonen, was ihn gleichzeitig faszinierend und problematisch macht.Die Dynamik zwischen Riley und Elias lebt stark vom beruflichen Machtgefälle. Dieses wird nicht romantisiert, sondern bewusst als Spannungsquelle genutzt. Nähe entsteht langsam, oft in stillen Momenten, in denen Elias' verletzliche Seite durchscheint. Gleichzeitig bleibt stets die Frage präsent, ob seine Gefühle ehrlich sind oder Teil eines größeren Plans. Dieses Misstrauen verleiht der Liebesgeschichte eine unterschwellige Spannung, die den Roman trägt.Das Love Triangle mit Carter dient weniger als romantische Konkurrenz, sondern vielmehr als Kontrast: Er steht für Sicherheit, Verlässlichkeit und Rileys Vergangenheit. Dadurch wird ihre Zerrissenheit greifbar und emotional nachvollziehbar. Die Konflikte entstehen nicht aus künstlichem Drama, sondern aus realistischen Entscheidungen, die keine einfachen Antworten zulassen.Der Schreibstil ist flüssig, leicht zugänglich und auf emotionale Wirkung ausgelegt. Ava Cooper setzt auf klare Dialoge, innere Monologe und eine kontinuierliche Zuspitzung der Handlung. Zwar bleibt die Geschichte insgesamt im Rahmen bekannter Genre-Muster, doch gerade die konsequente Auseinandersetzung mit Vertrauen, Abhängigkeit und Selbstbestimmung hebt den Roman positiv hervor.Fazit:In Love with the Boss ist eine gelungene Mischung aus Office Romance und New Adult, die mehr bietet als reine Anziehung und Spice. Der Roman überzeugt durch glaubwürdige Figuren, emotionale Konflikte und eine Liebesgeschichte, die sich ihrer problematischen Aspekte bewusst ist. Wer Romance mit moralischer Tiefe, inneren Spannungen und einem charismatisch-ambivalenten Love Interest sucht, wird hier fündig.