Eine absolute Herzensempfehlung für alle, die ruhige, emotionale Geschichten mit Tiefgang lieben.
Ms Darling und ihre Nachbarn von Freya Sampson ist eine stille, herzerwärmende Geschichte über Nähe, Vertrauen und die leisen Wunder, die entstehen, wenn Menschen sich einander öffnen.
Im Mittelpunkt stehen Kat und Dorothy zwei Frauen, die auf den ersten Blick kaum unterschiedlicher sein könnten. Beide sind Einzelgängerinnen, beide haben gelernt, der Welt und vor allem anderen Menschen zu misstrauen. Kat zieht sich bewusst zurück, will keine Bindungen, keine Verpflichtungen. Dorothy wiederum wirkt schroff, abweisend und fest entschlossen, niemanden an sich heranzulassen.
Doch als äußere Umstände sie dazu zwingen, sich näher mit ihrer Nachbarschaft und miteinander auseinanderzusetzen, beginnt sich langsam etwas zu verändern. Schritt für Schritt, ganz leise und ohne große Gesten, entsteht zwischen den beiden eine besondere Verbindung. Keine Freundschaft, die plötzlich da ist, sondern eine, die wächst: aus kleinen Gesprächen, gegenseitiger Hilfe und dem Mut, alte Mauern ein Stück weit einzureißen.
Besonders gefallen hat mir die Entwicklung der Figuren. Jede öffnet sich auf ihre eigene Art, in ihrem eigenen Tempo. Es geht um Vorurteile, um das genaue Hinsehen und darum, wie viel Halt und Sicherheit eine funktionierende Nachbarschaft geben kann gerade dann, wenn man sie am wenigsten erwartet.
Der Schreibstil ist flüssig, ruhig und sehr einfühlsam, mit vielen kleinen Momenten, die lange nachwirken. Für mich war das Buch auch deshalb besonders, weil ich beides kenne: Nachbarschaften, in denen jeder für sich lebt und solche, in denen man füreinander da ist. Und genau dieses Gefühl von Gemeinschaft fängt die Geschichte wunderbar ein.
Ein leises, warmes Buch über zweite Chancen, menschliche Nähe und darüber, dass man manchmal genau dort Unterstützung findet, wo man sie nie gesucht hätte.
Kennt ihr Nachbarschaft, in der man sich unterstützt - oder eher Abstand?