Skandinavische Thriller und ich sind ja fast immer ein perfektes Match, und so freute ich mich wahnsinnig auf Düsterstunde von Jan-Erik Fjell, erschienen bei Goldmann und übersetzt von Andreas Brunstermann.
Mit einer düsteren Szene zog mich Jan-Erik Fjell in den Sog der Geschichte rund um einen alten Cadillac, in dessen Chassis die Knochen einer Hand gefunden werden, und eine ältere Dame, die in einen alten Teppich eingewickelt auf einer Mülldeponie entsorgt wird. Kommissar Anton Brekke und sein Kollege Magnus Torp übernehmen die Ermittlungen, und schnell wird klar, dass dieser Fall auch mit einem aktuellen Mord in Las Vegas in Verbindung steht.
Der atmosphärisch dichte Schreibstil, gepaart mit umfassend ausgearbeiteten Charakteren, zog mich in den Bann dieser düsteren Storyline, die vom Autor auf zwei Zeitebenen erzählt wird. Zum einen verfolge ich die Entwicklungen der aktuellen Mordfälle, aber in regelmäßigen Abständen lässt mich der Autor auch in die dramatische Geschichte im Jahr 1978 eintauchen, welche die Grundlage des Spannungsbogens bildet. Dieser Kunstkniff des Autors ließ mich immer mehr mitfiebern, und langsam**,** aber sicher erahnte ich, welche Zusammenhänge das Heute mit 1978 verband. Dabei legte der Autor den Spannungsbogen, wie von ihm gewohnt, klug, wendungs- und abwechslungsreich an. Nur leider war der Thriller mit über 600 Seiten etwas üppig, und so zeigten sich an der ein oder anderen Stelle gewisse Längen im Storytelling. Doch das sei Jan-Erik Fjell verziehen, denn Düsterstunde unterhielt mich bis zur letzten Seite gut. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen für diesen komplexen Thriller, den ich allen Fans skandinavischer Thriller nur empfehlen kann.