Da ich den ersten historischen Fugger-Roman von Peter Dempft sehr gut fand, habe ich mich sehr auf "Teufelsreigen" gefreut. Um es schon vorweg zu nehmen: diese Freude wurde nur zum Teil befriedigt.
Es geht erneut um Jakob Fugger, seines Zeichens Kaufmann und Finanzberater des Königs, der 1505 durch Anschläge auf seine Warentransporte und Boten stark gebeutelt wurde. Er beauftragt seine "Vertrauten" Afra (eine ehemalige Diebin) und Herwart (einen seiner Boten), die man schon aus dem letzten Roman kennt. Gemeinsam sollen sie den Machenschaften, die hinter allem stecken, auf den Grund gehen.
Den historischen Hintergrund fand ich wieder sehr gut zu recherchiert. Im hinteren Teil findet sich zudem noch eine Erklärung, was historisch belegt und was Fiktion ist. Das hat mir gut gefallen.
Die Geschichte ging sehr spannend los und glich in Teilen einem historischen Kriminalroman, was ich sehr spannend fand. Auch der Rest des Romans besteht aus reichlich Action, mysteriösen Vorkommnissen, sowie Mord und Totschlag, doch genau hier kam ich irgendwann an meine Grenzen, egal wie spannend es war... Afra und Herwart, die ich aus dem ersten Band sehr mochte, sind mit Ernst zielstrebig bei der Sache, geraten jedoch immer wieder selber in Gefahr, weil sie zum Teil sehr naiv an die Sache herangehen. Der Ablauf folgte dabei fast immer wieder einem ähnlichen Muster und das war auf Dauer etwas ermüdend.
Das konnte auch die leicht veränderte, erher undurchsichtige Rolle von Zeno, einem ehemaligen Mönch, den ich auch aus dem Vorgängerband schon kannte, nicht retten.
Daher lautet mein Fazit: historisch interessant, actionreich, aber leider nicht anhaltend fesselnd.